Die Bahn antwortete daraufhin, dass kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt Grundwerte der Deutschen Bahn seien und man sich dafür entschuldige und mit dem Personal sprechen werde. Auf Facebook sagt ein Sprecher der Bahn außerdem: "Ein Zugbegleiter darf als Repräsentant unseres Unternehmens Ansagen im Zug selbstverständlich nicht mit persönlichen politischen Äußerungen vermischen. Wir haben unverzüglich reagiert: Der Mitarbeiter arbeitet zukünftig nicht mehr im Kundenkontakt."

Währenddessen häuften sich unter dem Post von Julietta F. die Hass-Kommentare. Nicht aber gegen den Bahnmitarbeiter, sondern gegen Julietta F. Erst auf der Bahn-Seite, dann auf der privaten Facebook-Seite von Julietta F. Die Bahn griff zuerst kaum ein und ließ teils auch Beschimpfungen stehen.

Hauptsächlich ging es um das in rechten Kreisen beliebte Bild: Die Bomben der Alliierten hätten nur unschuldige Zivilisten getötet, alles andere sei gelogen. Bei den Profilen hinter den beleidigenden Posts handelte es sich um Anhänger von rechtsradikalen Gruppen, AfD, Pegida & Co. Laut heise.de waren auch einige Bahnmitarbeiter involviert.

In der Zwischenzeit wurde die Beschwerde von Julietta F. samt der vielen Hetzkommentare von der Facebookseite der Bahn gelöscht.

Wie oft der Mitarbeiter diese Durchsage machen konnte, wissen wir nicht. Allerdings haben wir von genau derselben Durchsage auf der Fahrt von Frankfurt nach München erfahren. Also war seine Aussage wohl keine einmalige.


Autor:

Katrin Ried

Ist Redakteurin im Marketingressort. Vor ihrem Start bei der W&V beschäftigte sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.