Berliner Verkehrsbetriebe :
Charmeoffensive der BVG endet mit Shitstorm auf Twitter

Shitstorm statt Imagepolitur: Mit ihrer Twitter-Kampagne #Weilwirdichlieben ernten die Berliner Verkehrsbetriebe viel Häme im Netz. Jetzt bemüht sich das Unternehmen um Schadensbegrenzung.    

Text: Sebastian Blum

- 4 Kommentare

Der öffentliche Nahverkehr zählt eher nicht zu den großen Sympathieträgern. Mit einer Social-Media-Kampagne wollten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) daher ihr Image aufpolieren: Für ihre Charmeoffensive hatte das Unternehmen sogar einen eigenen Twitter-Account gestartet. Berliner Fahrgäste fordert das Unternehmen auf, mit #Weilwirdichlieben die "schönsten BVG-Momente" zu posten. Doch statt Lob hagelt es für die BVG ordentlich Häme im Netz.

Für viele genervte Pendler ist das Hashtag #Weilwirdichlieben dabei eine Steilvorlage, um sich ihren Frust von der Seele zu tweeten.

Bei so viel Spott geht das vereinzelte Lob, das die BVG durchaus auch erntet, unter.

Dass der Shitstorm schnell abebbt, ist eher unwahrscheinlich. Denn auch Nachrichtenportale wie Spiegel Online tragen das BVG-Bashing weiter ins Netz: "Die Reaktionen auf die Twitteraktion waren absehbar", schreiben etwa die Hamburger. Als "Marketing-Fehlschlag" bewertet "Die Berliner Zeitung" die Twitter-Kampagne der BVG.

Bei dem Berliner Unternehmen bemüht man sich indes um Schadensbegrenzung: "Liebe Stormerinnen und Stormer, wir lesen #Weilwirdichlieben aufmerksam und werden euren Input sammeln und aufarbeiten", posten die BVG auf ihrem Twitter-Account und gibt sich weiterhin charmant:

    


4 Kommentare

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Anonymous User 2. Februar 2015

Wer steckt eigentlich hinter der Kampagne? Einkalkulierter Shitstorm, daher sehr interessant, wie es mit der Kommunikation der BVG weitergeht.

Anonymous User 14. Januar 2015

Kundenfeedback viral.
Hoffentlich nutzen sie es, um Dinge zu ändern.
Dann hätte es einen Effekt.

Anonymous User 14. Januar 2015

Wer einem so viel Liebe vortwittert, hat eben schnell verkackt!

Anonymous User 14. Januar 2015

Ich würde in diesem Zusammenhang weder von einem "Marketing-Fehlschlag" noch von "Schadensbegrenzung" reden. Der Umgang der BVG mit dem negativen Feedback zeigt Kundenorientierung und - eben - Charme. Jeder Social-Mediamanager, der sich eine solche Kampagne für eine solche Branche einfallen lässt, müsste wirklich mit Blindheit geschlagen sein, wenn er diese Reaktionen nicht vorher sieht.
Alle großen Anbieter öffentlicher Dienstleistungen haben doch genau dieses Problem: Der Kunde behält hauptsächlich im Kopf was schief geht, weil ein reibungsloser Ablauf lediglich die Erwartungen erfüllt und somit als Standard gilt. Sich darüber hinaus zu profilieren geht nur, wenn man dem Kunden suggeriert, man habe ein offenes Ohr. Scheint zu klappen #weilwirdichlieben

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