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"Cybermobbing unter Erwachsenen wird häufiger"

Cybermobbing dauert zwar oft kürzer als "normales" Mobbing, die Folgen sind aber ebenso verstörend. In beiden Fällen sind etwa ein Drittel der Opfer reif für den Arzt oder Psychiater. Und in Zukunft dürfte das Cybermobbing noch zunehmen, so die neueste Studie des "Bündnis gegen Cybermobbing".

Text:

26. März 2014

Cybermobbing dauert zwar oft kürzer als "normales" Mobbing, die Folgen sind aber ebenso verstörend. In beiden Fällen sind etwa ein Drittel der Opfer reif für den Arzt oder Psychiater. Und in Zukunft dürfte das Cybermobbing noch zunehmen, so die neueste Studie des "Bündnis gegen Cybermobbing" mit dem Titel "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen". Das "normale" Mobbing sei in absoluten Zahlen zwar weiterhin das größte Problem. Aber: "Wir werden es künftig erleben, dass die Zahl der "klassischen" Mobbingfälle zurückgeht", prognostizierte Uwe Leest vom Bündnis gegen Cybermobbing. "Dafür wird Cybermobbing auch unter Erwachsenen häufiger werden."

Das liege unter anderem daran, dass inzwischen eine Generation herangewachsen sei, die mit Internet und Smartphone groß geworden und damit viel vertrauter sei. "Außerdem ist es natürlich sowieso viel einfacher, im Netz zu hetzen, als jemandem am Arbeitsplatz tatsächlich den Stuhl wegzuziehen", sagte Leest.  Das klassische Mobbing wie direkte Schikanen oder Diskriminierung war den Zahlen zufolge im vergangenen Jahrzehnt signifikant gestiegen: 28 Prozent von rund 6300 Befragten über 18 Jahren berichteten in der vom "Bündnis gegen Cybermobbing" in Auftrag gegebenen Studie von Mobbing; acht Prozent hatten danach schon einmal Cybermobbing erlitten.

Fast 40 Prozent der Mobbing-Attacken dauerten der aktuellen Umfrage zufolge länger als ein Jahr. Fast zwei Drittel davon (72 Prozent) fanden im Arbeitsumfeld statt. Cybermobbing-Diffamierungen hingegen waren kürzer, hielten zwischen ein bis drei Monaten an und bewegten sich vor allem im familiären Umfeld oder Freundeskreis (59 Prozent).

Cybermobber handelten häufig aus Rache; fast jeder dritte mobbe dabei "zum Spaß", weil "andere das auch machen" oder "aus Langeweile".  Fast die Hälfte der Mobbing- und 31 Prozent der Cybermobbingopfer haben der Studie zufolge mit Persönlichkeitsveränderungen zu kämpfen. 36 Prozent der Mobbingopfer und 31 Prozent der Cybermobbingopfer nehmen ärztliche oder therapeutische Hilfe in Anspruch.

Vor allem von Mobbing betroffen sind weiterhin Frauen. Die Folgen von Mobbing und Cybermobbing seien so gravierend, dass die Betroffenen im Durchschnitt fünf bis sechs Tage pro Jahr häufiger krank sind als Andere. Hochgerechnet auf 41,7 Millionen Erwerbstätige entstünden so "durch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für Arbeitgeber und Versicherungen" Kosten in Höhe von etwa drei Milliarden Euro, heißt es in der Studie.

Die sehr ausführliche Studie (56 Seiten) gibt es auf der Website des Bündnis gegen Cybermobbing zum Download.


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