App-Monitor :
Diese Apps nutzen die Deutschen am liebsten

Die Deutschen sind vor allem kommunikativ in ihrer App-Nutzung: Ihre liebste App-Anwendungen sind Social und Messaging. Und sie lieben von allen Europäern am allermeisten große Displays.

Text: Anja Janotta

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Social-Anwendungen stehen hoch im Kurs.
Social-Anwendungen stehen hoch im Kurs.

Die Deutschen sind vor allem kommunikativ in ihrer App-Nutzung: Ihre liebste App-Anwendungen sind Social und Messaging. Im vergangenen Jahr nutzten User Apps dieser Art fast doppelt so häufig wie noch 2015. Und von allen Europäern nutzen sie am liebsten größere Displays. Das zeigt der Europa-Report zur App-Nutzung vom Yahoo Mobile-Analytics-Dienst Flurry.

Social- und Messaging-Apps in Deutschland sind vor allem wegen des Trends zu "Communitainment" beliebt - das Teilen unterhaltsamer Inhalte mit Freunden. Außerdem zeigt sich, dass über die gängigen Chat-Apps zunehmend Sprach- und Videoanrufe getätigt werden. Insgesamt liegt die Wachstumsrate der App-Nutzung in Europa höher als im weltweiten Vergleich: Global gesehen stieg das Wachstum um elf Prozent, in Deutschland um 25 Prozent.

2015 waren die deutschen User viel mehr am Spielen. 2016 sank die App-Nutzung in der Kategorie Gaming um 11 Prozent. Zu den Verlierern zählen außerdem Personalisierungs-Apps. Europaweit nahm deren Anzahl an gestarteten App-Sessions stark ab – in Deutschland um 55 Prozent. Diese Entwicklung ist auch global spürbar: Im vergangenen Jahr starteten Nutzer weltweit 44 Prozent häufiger Social- und Messaging-, vier Prozent weniger Gaming- und 46 Prozent weniger Personalisierungs-Apps als noch im Jahr zuvor.

Im Kommen: Business-Apps

Aber das mobile Leben wird auch zunehmend professioneller: In Europa werden wieder verstärkt Business- und Finanz-Apps aufgerufen. In Deutschland rangieren diese Apps direkt hinter Social- und Messaging-Anwendungen und weisen ein Wachstum von 69 Prozent im Jahr 2016 auf. Ganz deutlich ist der Trend in Frankreich, wo Flurry Analytics eine Zunahme von 106 Prozent misst. Hier waren zudem die Sport-Apps sehr stark - wohl auch weil Frankreich 2016 Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft war. Wohingegen die Briten ähnlich wie die Deutschen verstärkt Social- und Messaging-Apps nutzen.

Auf welchen Geräten werden die Apps genutzt?

In Deutschland ist Größe wichtig: Phablets, also Mobilgeräte mit einem Display zwischen 5 und 6,9 Zoll, bleiben im Trend. Deutschland verbucht europaweit mit 43 Prozent den größten Marktanteil. Mittelgroße Smartphones (3,5 bis 4,9 Zoll Displays) liegen mit 44 Prozent nur noch knapp vor den Phablets. Insgesamt wächst der Gebrauch von Phablets vor allem in Märkten, in denen Geräte mit den Betriebssystemen Android über iOS dominieren. Handys mit kleinem Display kommen in der europaweiten Auswertung nur noch mit weniger als einem Prozent vor. Die am meisten aktiv genutzten mobilen Endgeräte stammen vom Hersteller Samsung, dicht gefolgt von Apple mit 38 Prozent. Hersteller wie Sony, Huawei, HTC und LG bleiben jeweils unter zehn Prozent.

Wann werden die Apps genutzt?

Die Auswertung hat sich auch mit den Nutzergewohnheiten der Europäer im Tagesverlauf beschäftigt. Demnach öffnen die Deutschen bereits um sieben Uhr morgens die ersten Apps. In Großbritannien beginnen die User ebenfalls schon um 7:30 Uhr. Interessanterweise steigt die Nutzung bei den Briten gegen 16 Uhr stark an und hält sich während der klassischen "Pub-Zeiten" auf diesem Niveau. Ab ca. 22 Uhr sinkt die Nutzung drastisch – also dann, wenn man gemeinhin den Heimweg antritt. Die Franzosen lassen es gemütlicher angehen und nutzen Apps erst ab der Mittagszeit. Zur Nachtruhe sinkt die Nutzung nach 22 Uhr europaweit wieder ab.

2016 wertete Flurry Analytics Daten von mehr als 940.000 Anwendungen auf über 2,1 Milliarden Geräten mit zehn Milliarden App-Sessions pro Tag aus.

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Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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