Online-Werbung :
Google sortiert milliardenfach schlechte Werbung aus

Google hat 2017 Milliarden von betrügerischen Anzeigen abgefangen. Die Zahl der "Bad Ads" nimmt zu. Die Zahl ihrer Verursacher bleibt dagegen überschaubar.

Text: Thomas Nötting

Google entfernte 2017 3,2 Milliarden "Bad Ads".
Google entfernte 2017 3,2 Milliarden "Bad Ads".

Der Digitalkonzern Google hat im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden betrügerische Online-Anzeigen aus dem Netz gefischt. Dies gab das Unternehmen in der aktuellen Ausgabe seines jährlich erscheinenden Bad-Ads-Reports bekannt. Die schlechte Werbung hat demnach weiter zugenommen. 2017 hatte Google noch rund zwei Milliarden Ads entfernt, die gegen die Werbe-Richtlinien verstießen. 2015 waren es lediglich 700 Millionen. Die jüngste Rate entspreche etwa "100 schlechten Anzeigen pro Sekunde", heißt es in dem Bericht.

130 Millionen Anzeigen habe Google entfernt, weil sie versucht hätten, "böswillig das Anzeigennetzwerk zu überlisten oder zu umgehen". 79 Millionen Anzeigen sortierte der Konzern aus, weil sie auf Seiten mit Schadsoftware verlinkt hatten. 66 Millionen entfernte Ads waren so genannte Trick-to-Click-Anzeigen. Diese tarnen sich in der Regel als Systemwarnung und verbreiten ebenfalls Schadsoftware. Zugenommen haben so genannte Tabloid Cloakers. Das sind Anzeigen, die in Gestalt von Nachrichtenformaten erscheinen, aber auf kommerzielle Seiten führen. Von ihnen entfernte Google 7000 Adwords-Accounts. 2016 waren es lediglich 1400.

Mehr schlechte Werbung von wenigen Verursachern

Jessica Stansfield, bei Google als Head of Global Product Policy verantwortlich für das Thema, betonte, der Konzern investiere fortwährend in neue Technologie und neues Personal, um das Problem in den Griff zu bekommen. 2018 werden weltweit 10.000 Google-Mitarbeiter gegen Bad Ads im Einsatz sein, kündigte sie an.

Für die steigende Zahl der Verstöße sei am Ende nur eine relativ kleine Zahl von Werbetreibenden und Publishern verantwortlich, sagt Stansfield. "Der Großteil der Werbung bei Google ist gute Werbung." So habe man 2016 in einem einzigen Monat 1200 Webseiten untersucht und davon 340 davon geblockt. 2017 analysierte Google fast die zehnfache Zahl an Seiten und zog davon lediglich 640 aus dem Verkehr.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.