Ideenklau: Yahoo verklagt Facebook

Yahoo sieht sich von Facebook um Lizenzgebühren gebracht. Das Netzwerk soll an vielen Stellen abgekupfert haben, auch bei den Werbeanzeigen.

Text: Katja Schönherr

13. Mar. 2012

Yahoo zieht wegen angeblichen Ideenklaus gegen Facebook vor Gericht. "Viele der Technologien, auf denen Facebook fußt, wurden zuerst von Yahoo entwickelt", schrieben die Yahoo-Anwälte in ihrer in Kalifornien eingereichten Klageschrift. Über Jahre sei Facebook "schwarz gefahren". Jetzt verlangt Yahoo Schadenersatz.

Yahoo hatte bereits vor zwei Wochen öffentlich gedroht, gegen Facebook vorzugehen. Das soziale Netzwerk ist unterdessen mit den Vorbereitungen für seinen milliardenschweren Börsengang beschäftigt, der im Sommer erwartet wird. Kein guter Zeitpunkt für einen Prozess also; eine Klage von derartiger Tragweite könnte die Facebook-Investoren verunsichern.

Yahoo beansprucht für sich, eine ganze Reihe grundlegender Funktionen sozialer Netzwerke erfunden zu haben, etwa das Verschicken von Nachrichten, die Anzeige von Neuigkeiten oder die Kommentierung. Yahoo listete konkret zehn Patente auf, die Facebook verletzt haben soll. Demnach hätte Facebook auch bei den Werbeanzeigen abgekupfert.

Die beiden Internetkonzerne sind Konkurrenten im Geschäft mit Werbung im Internet. Facebook ist in den vergangenen Jahren aber viel schneller gewachsen und hatte zuletzt 845 Millionen Nutzer. Yahoos Stern sank hingegen - und damit auch die Einnahmen. Nach eigenen Angaben gab es zuletzt 700 Millionen Nutzer. Der erst zu Jahresbeginn angetretene Konzernchef Scott Thompson soll nun den alten Glanz wieder herstellen und scheint, wie diese Patentklage vermuten lässt, dabei einen radikalen Kurs zu fahren.


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