Streit um Nr. 1 :
Lieferando attackiert Delivery Hero vor Börsengang

Lieferando streitet sich mit Delivery Hero darum, wer die Nummer eins in Deutschland ist.

Text: Ulrike App

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg hat Ärger mit Lieferando.
Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg hat Ärger mit Lieferando.

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero verkündete am Donnerstag, dass die Rocket-Internet-Beteiligung beim Börsengang insgesamt fast 996 Millionen Euro erlöst. Konkurrent Lieferando geht pünktlich zum IPO zur Attacke über. Laut dem "Manager Magazin" hat der Wettbewerber vor dem Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Der Streitpunkt dabei ist diese Aussage: "Delivery Hero nimmt in Deutschland die Position Nr. 1 ein." Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg drohe ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder eine Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, schreibt das Online-Portal des Magazins. Die Berliner wollen die Entscheidung nicht so hinnehmen.

Lieferando sieht sich an der Spitze des hiesigen Marktes. Delivery Hero macht dagegen eine andere Rechnung auf - und addiert alle Plattformen der Gruppe zusammen.

Delivery Hero ist darauf angewiesen, dass der Börsengang ein Erfolg wird. Die Papiere sollen erstmals am 30. Juni gehandelt werden. Die Notierung soll am regulierten Markt in Frankfurt erfolgen. Insgesamt wird Delivery Hero mit 4,4 Milliarden Euro bewertet. Der Lieferdienst schrieb wegen der Kosten für seinen rasanten Wachstumskurs bis zuletzt hohe Verluste. Laut Eigenbeschreibung hat das Unternehmen über 6.000 Mitarbeiter in über 40 Ländern, dazu kommen noch die Fahrer. 2016 habe die Firma 170 Millionen Bestellungen abgewickelt. (mit dpa)


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Ulrike App
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ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.