Otto schluckt Discount24.de

Der Hamburger Handelskonzern Otto Group will die Schnäppchen-Seite Discount24.de vollständig übernehmen. Das Kartellamt prüft bereits.

Text: Thomas Nötting

Der Hamburger Handelskonzern Otto Group will die Schnäppchen-Seite Discount24.de vollständig übernehmen. Bislang hatte der Einzelhandelsriese die Seite im Joint Venture mit dem französischen Anbieter Cdiscont betrieben. Die Tochter des in Saint Etienne ansässigen Einzelhandelskonzerns Casino will ihren 50-Prozent-Anteil verkaufen.

Das Bundeskartellamt prüft derzeit einen entsprechenden Antrag. Man habe bereits „einen Kaufvertrag mit Cdiscount über den Erwerb der restlichen Anteile abgeschlossen“, bestätigt eine Otto-Sprecherin dem W&V-Schwestertitel "Kontakter". Zu Einzelheiten äußert sich der Konzern nicht. Es handele sich „um ein schwebendes Verfahren“, heißt es zur Begründung.

Dass die Bonner Wettbewerbshüter Einwände gegen den Deal haben, gilt indes als unwahrscheinlich. Schließlich hatte die Otto-Gruppe die E-Commerce-Tochter seit ihrer Gründung im Jahr 2000 schon einmal sieben Jahre lang im Alleingang betrieben. 2007 holte das Unternehmen die Franzosen ins Boot, die in Frankreich eine verwandte Seite betreiben. Der Partner sollte vor allem Software und Spezialkenntnisse einbringen. Bei der Casino-Gruppe äußert man sich nicht zum Verkauf der Anteile. Nach Angaben von Otto zählt Discount24 derzeit 480 000 Kunden. Die Seite wird durchschnittlich von rund drei Millionen Kunden im Monat besucht.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.