Werbe-Persiflage :
Sixt und Jung von Matt spießen Merkels "Neuland" auf

Gewohnt schnell reagieren der Autovermieter und seine Kreativagentur: Für den Ausspruch "Das Internet ist für uns alle Neuland" musste sich die Kanzlerin bereits viel Häme gefallen lassen. Jung von Matt und Sixt greifen das Klatschthema mit mehr Stil und Hintersinn in einer Anzeige auf.

Text: Susanne Herrmann

- 8 Kommentare

Gewohnt schnell reagieren der Autovermieter Sixt und seine Kreativagentur Jung von Matt/Fleet: Für den Ausspruch "Das Internet ist für uns alle Neuland" musste sich die Kanzlerin Angela Merkel bereits viel Häme seitens der Digital-Szene gefallen lassen. Das Klatschthema greifen nun die Sixt-Werber mit mehr Stil und Hintersinn in einer Anzeige auf. "Für alle, die #Neuland" entdecken wollen", macht die Autovermietung auf den Geländewagen Subaru Forester aufmerksam, der es schon ab 35 Euro pro Tag gebe.

"Das Internet ist für uns alle Neuland", hatte die Bundeskanzlerin auf der Pressekonferenz mit Barack Obama am 19. Juni gesagt. Um gemeint, dass die Nationen noch immer wenig Erfahrung haben mit Datenschutz im Internet. Via Kurznachrichtendienste wie Twitter verbreitete sich das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat jedoch rasend schnell und zog eine Flut an Parodien und Kalauern nach sich. Innerhalb von Minuten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine", habe sich der Hashtag #Neuland zum meist verbreiteten in Deutschland entwickelt.

Getwittert wurde Abwertendes wie "Frau Merkel hat #Neuland entdeckt. Als erstes müssen die Ureinwohner zivilisiert werden - oder, wenn sie nicht wollen, halt ausgerottet", "Das Internet ist länger Teil der BRD als Angela Merkel" oder "Einer Bundeskanzlerin, die im Jahr 2013 das Internet als #Neuland bezeichnet, spreche ich jegliche Kompetenz für Ihr Amt ab".  Die Piraten zwitscherten "Liebe Frau Bundeskanzlerin, für eine moderne Politik in #Neuland haben wir etwas vorbereitet.",die Digitale Gesellschaft bot an, ihren Leitfaden für #Neuland "gerne gleich ans Kanzleramt" zu schicken.

Dazu gab es zahlreiche Bildmontagen, die zum Beispiel Stern.de sammelte.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



8 Kommentare

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Anonymous User 21. Juni 2013

Nicht wirklich originell. Viel zu plump und unwitzig. Schön, dass schnell reagiert wird, aber bitte nicht so unkreativ...

Anonymous User 21. Juni 2013

Das schreckliche an der Story ist die Erklärung vom Regierungssprecher dazu:

"Zur Neuland-Diskussion: Worum es der Kanzlerin geht - Das Internet ist rechtspolitisches Neuland, das spüren wir im polit. Handeln täglich."

Das macht es jetzt besser oder was?

Anonymous User 20. Juni 2013

Der Internet-Bezug ist eigentlich da, da man das Angebot auf sixt.de mieten soll. OK, vielleicht hätte man es mit "im Internet unter sixt.de" ausformulieren sollen, damit es deutlicher wird.

Andererseits ist wohl auch ein doppelter Bezug beabsichtigt und mit Neuland (auch) der Wagen gemeint. Für einen Schnellschuß ist die Werbung auf jedenfall ganz ordentlich.

Anonymous User 20. Juni 2013

real,- war da schneller und hatte den besseren Bezug zum Thema:

Für alle die gern #Neuland betreten, wir haben auch Notebooks!

Anonymous User 20. Juni 2013

Leider nur halbgut, weil mir der Bezug zum Internet fehlt.

Wenn der Wagen wenigstens Internetanschluss hätte. Oder sonstige Online-Technik, die das mehr Erden würde. Dann Bull's Eye. So, nur semi-geil.

Anonymous User 20. Juni 2013

grausam

Anonymous User 20. Juni 2013

@MrNY: "Voraussehbar"?
Klugschwätzermodus aus.

Anonymous User 20. Juni 2013

Wer hätte das gedacht, dass einer dieses Thema aufnimmt??

Sehr dankbares Thema, einfach 1:1 umgesetzt. Sehr vorausschauend alles mittlerweile....

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