Studie der Stiftung "Die Gesundarbeiter" :
So stresst Social Media junge Deutsche

Das Leben der 14- bis 34-Jährigen ist anstrengender geworden: Fast zwei Drittel klagen über Stress - größtenteils verursacht durch die ständige Kommunikation über digitalen Medien. Und das vor allem im Privatleben.

Text: Lisa Geiger

Freunde und Familie sollten einem eigentlich Geborgenheit und Halt geben. Laut einer Studie der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung "Die Gesundarbeiter" ist es aber vor allem die private Kommunikation über Whatsapp, Facebook und Co., die junge Menschen heute massiv unter Druck setzt: Für sieben von zehn der 14- bis 34-jährigen Deutschen ist das Leben im vergangenen Jahr anstrengender geworden. Fast zwei Drittel der über 1.000 Befragten klagten über häufigen Stress. Ein entscheidender Grund sei laut der Studie "Zukunft Gesundheit 2015" das Gefühl, permanent für Freunde und Familie erreichbar sein zu müssen. Auch im Berufsleben sorgten die digitalen Medien für Stress, aber in deutlich geringerem Ausmaß: So seien 29 Prozent auch nach Feierabend noch für ihre Arbeitgeber ansprechbar.

Besonders stark belastet fühlten sich neben den Frauen auch die 18- bis 25-Jährigen. "Diese jungen Menschen sind mit dem Internet aufgewachsen und haben mit der Ausbildung oder dem Studium eine neue Lebensphase begonnen. Das macht sie sensibler für die mit den digitalen Medien einhergehenden Belastungen", sagt Siegfried Gänsler, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse. Weil diese Generation aufgrund der demografischen Entwicklung aber viel länger im Arbeitsleben gefordert sei, sei Stressprävention bereits im Kindesalter besondere wichtig.

Ob der Verzicht auf Facebook glücklicher macht, hat eine weitere Studie untersucht, die vom dänischen "Happiness Research Institute" durchgeführt wurde. Wie die "Hannoversche Allgemeine" berichtet, verzichteten über 500 Menschen für eine Woche das soziale Netzwerk - und waren dabei deutlich zufriedener als die Teilnehmer der Vergleichsgruppe. Das Ergebnis überraschte sogar den Institutsleiter Meik Wiking: "Ich hatte erwartet, dass wir gar keinen Effekt feststellen würden", sagte er gegenüber der "HAZ". Die Offliner hätten sich konzentrierter gefühlt, weniger Zeit verschwendet und seien zufriedener mit ihren sozialen Kontakten im echten Leben gewesen.