Tengelmann-Chef Haub: Online-Handel mit Lebensmitteln hat keine große Chance

Unter der Führung von Karl-Erivan Haub hat sich der Tengelmann-Konzern an zahlreichen Start-Ups beteiligt. Darunter Zalando und auch der Lebensmittelversender Otto Gourmet. Im "SZ"-Interview verrät Haub, dass er dennoch nicht an die große Zukunft des Online-Handels mit Lebensmittel glaubt.

Text: Uli Busch

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub gilt als einer der nicht am Alten festhält und radikale Veränderungen in dem Konzern vornimmt. Einen besonderen Fokus legt Haub auf das Online-Geschäft: Der Handelskonzern investierte verstärkt in Start-Ups darunter etwa der Online-Händler Zalando oder Shopping-Club Brands4Friends. Aber auch am Lebensmittelversender Otto Gourmet ist der Tengelmann-Konzern mit 30 Prozent beteiligt. Dennoch glaubt Haub nicht daran, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln hierzulande florieren wird. ""Wir sind mit einem Lieferservice seit vielen Jahren in Berlin und München tätig. Das ist ein ganz schwieriges Geschäft", so Haub im Montagsinterview der "Süddeutschen Zeitung". Selbst in den USA und einer Stadt wie New York sei der Netz-Einkauf von Nahrungsmitteln noch kein Thema.

Für Zalando sagt Haub im Interview voraus, dass es ein "deutsches Amazon" werde. Und bekräftigt nochmals die Investition in die Shopping-Plattform als richtige Entscheidung: "Man muss ja nicht alles amerikanischen Investoren überlassen." Haub ist allerdings überzeugt, dass der stationäre Handel nicht komplett verschwindet: "Auch die nächste Generation, die mit dem Internet groß geworden ist, wird meiner Meinung nach nicht komplett auf den Ladeneinkauf verzichten."