JIM-Studie zur Social-Media-Nutzung :
Wo die Jugend abhängt

Wer die Jugend via Social Web erreichen will, sollte lieber nicht über Facebook kommunizieren. Die neue JIM-Studie weiß, welche Social-Media-Kanäle Teens nutzen. 

Text: Petra Schwegler

Die neue JIM-Studie vergleicht auch die Art der jugendlichen Kommunikation in den diversen Social-Media-Kanälen.
Die neue JIM-Studie vergleicht auch die Art der jugendlichen Kommunikation in den diversen Social-Media-Kanälen.

Whatsapp muss sein, Instragam und Snapchat gerne mit dabei – aber Facebook lieber nicht. So lässt sich in wenigen Worten die Social-Media-Nutzung der Jugendlichen zusammenfassen. Sie geben die ersten Ergebnisse der JIM-Studie 2017 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) wieder, die auf dem Stuttgarter Medienkongress vorgestellt wurden.

Die Details: 94 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland tauschen sich regelmäßig über Whatsapp aus. Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (57 Prozent), knapp dahinter liegt Snapchat mit 49 Prozent regelmäßigen Nutzern. Facebook (25 Prozent) ist inzwischen eher ein Medium der Eltern – und wird nur noch von einem Viertel der Jugendlichen regelmäßig genutzt.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte Instagram mit 57 Prozent regelmäßigen Nutzern (2016: 51 Prozent) seine Position im Medienalltag der Jugendlichen leicht ausbauen, auch bei Snapchat (2017: 49 Prozent, 2016: 45 Prozent) ist der Anteil regelmäßiger Nutzer unter den Jugendlichen leicht ge-stiegen. Bei Facebook hingegen (2017: 25 Prozent, 2016: 43 Prozent) ist "ein deutlicher Rückgang" zu verzeichnen, wie es heißt.

Bei der konkreten Frage nach den generell für sie persönlich wichtigsten Apps (bis zu drei Nennungen waren möglich) zeigt sich ein ähnliches Bild: Für neun von zehn Jugendlichen, die Apps auf dem Handy installiert haben, zählt Whatsapp (88 Prozent) zu den wichtigsten Angeboten. 39 Prozent nennen Instagram. Snapchat (34 Prozent) und Youtube (32 Prozent) zählen für je ein Drittel der Jugendlichen zu den unverzichtbaren Anwendungen auf dem Smartphone. Facebook wird nur von 13 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen genannt.

Wie die einzelnen Kanäle genutzt werden

Bei der Nutzung der diversen Social-Web-Kanäle gibt es deutlich Unterschiede: Der Detailvergleich der Nutzer von Instagram und Snapchat zeigt, dass Jugendliche auf Snapchat deutlich aktiver sind. Zwei Drittel der Snapchat-Nutzer verschicken selbst häufig Snaps, während bei Instagram nur jeder fünfte Nutzer häufig selbst Inhalte postet.

Auf beiden Plattformen sind die Zwölf- bis 19-Jährigen am häufigsten Follower von Leuten, die sie persönlich kennen. Während bei Instagram auch Accounts zu einem bestimmten Thema, von Internet-Stars oder anderen Stars und Prominenten aus Musik oder auch Sport eine Rolle spielen, steht bei Snapchat der persönliche Aspekt im Vordergrund, Snaps von Stars spielen eine untergeordnete Rolle.

 Die Studienreihe JIM wird seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem SWR durchgeführt. Für die Befragung wurden 1200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2017 telefonisch befragt. Die Gesamtergebnisse der JIM-Studie 2017 werden am 30. November veröffentlicht.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.