Daimler und Geely partnern:
Smart wird zum Elektroauto aus China

Daimler und Geely gründen ein Joint-Venture, um eine neue Smart-Generation zu entwickeln. Ab 2022 soll der Kleinwagen in China produziert werden.

Text: Katrin Ried

Vision: So könnte der Smart in Zukunft aussehen.
Vision: So könnte der Smart in Zukunft aussehen.

Ein Gemeinschaftsunternehmen bestehend aus dem Autokonzern Daimler und dessen Großaktionär Geely will den Kleinwagen Smart zukunftsfähig machen. Das 50:50-Joint-Venture wird voraussichtlich bis Ende 2019 gegründet und bis 2022 sollen die rein elektrischen Smart-Modelle auf den Markt kommen.

Daimler bringt dabei die Marke und das Konzept des Smart in das Unternehmen ein, Entwicklung und Produktion finden künftig beim Volvo-Eigner Geely statt, in einer neuen, speziell dafür erbauten Elektroautofabrik in China.

Bis zur Markteinführung der neuen Modelle wird Daimler die aktuellen Smart-Fahrzeuge weiterhin am Standort Hambach in Frankreich (Smart EQ Fortwo) und am Standort Novo Mesto in Slowenien (Smart EQ Forfour) produzieren. In Hambach werden künftig Kompaktwagen von Daimlers neuer Elektromarke EQ produziert.

Vertragsunterzeichnung: Daimler-Chef Zetsche und Li Shufu, Chairman der Geely Holding

Vertragsunterzeichnung: Daimler-Chef Zetsche und Li Shufu, Chairman der Geely Holding

"Natürlich bedeuten all diese Entscheidungen auch viele Veränderungen. Deshalb ist mir eine Botschaft besonders wichtig: Keiner unserer Kolleginnen und Kollegen bei Smart wird dadurch den Job verlieren. Im Gegenteil. Die Leidenschaft und Kreativität des Smart-Teams brauchen wir mehr denn je. Es geht hier schließlich nicht um Abbruch, sondern um Aufbruch", so Daimler-Chef Dieter Zetsche auf dem Unternehmens-Blog.

Dieser Schritt kam nicht unerwartet. Seit Gründung der Marke schreibt Daimler Verluste mit dem Smart und war schon eine Weile in Gesprächen mit potenziellen neuen Partnern. Bisher wurde der Kleinwagen in Kooperation mit Renault gefertigt. Zusammen mit Geely soll das Angebot nun weiter ausgebaut werden, auch auf Kompaktwagen im B-Segment.

Die Zhejiang Geely Holding Group war Anfang 2018 mit 9,7 Prozent bei Daimler eingestiegen. Im Oktober vereinbarten beide Seiten die Zusammenarbeit beim Hail-Riding in China. Neben chinesischen Marken sind auch Volvo und Proton/Lotus Teil des Geely-Konzerns.


Autor:

Katrin Ried

Ist Redakteurin im Marketingressort. Vor ihrem Start bei der W&V beschäftigte sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.


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