Benjamin Völz spricht Klartext:
Arme Synchronsprecher: Gagen wie vor 40 Jahren

Der Druck auf Synchonisationsfirmen nimmt zu - die Gagen für Sprecher nicht: Benjamin Völz, Stimme von Matthew McConaughey oder Charlie Sheen, packt aus. Ein Lesetipp!

Text: Petra Schwegler

Wenn Sie Film- und Serien-Fan sind, dann kennen Sie auch Benjamin Völz – oder besser: seine Stimme. Der 55-Jährige ist Synchronsprecher von Stars wie David Duchovny ("Californication"), Charlie Sheen ("Anger Management"), James Spader ("The Blacklist") oder auch Matthew McConaughey ("True Detective").

Der Sohn von Schauspieler Wolfgang Völz - selbst Schauspieler, Musiker und Maler – ist damit einem großen Publikum bekannt. Nur hat er wenig davon: Wie er in einem Interview mit der Wiener Tageszeitung "Der Standard" bedauert, sei es nicht in Ordnung, wie seine Branche entlohnt werde. Völz wörtlich:

"Dabei muss man sich nur die Dimensionen ansehen. Ein bezeichnendes Beispiel sind Filmpremieren. Da wird die Prominenz der ganzen Stadt eingeladen, Synchronsprecher nicht. Das Budget für das Premierenbuffet ist wahrscheinlich höher als meine Gage."

Da ist teils die Rede von Gagen und Tagessätzen, die sich in den vergangenen 40 Jahren nicht erhöht hätten. "4000 Euro pro Film?" – diese Frage verneint der Sprecher nicht. Dabei haben sich Druck und Output erhöht; bis zu 300 Takes pro Tag seien heute Standard. Bei neuen Serien wie "Aquarius" – hier leiht Benjamin Völz einmal mehr David Duchovny seine Stimme – werde beim Synchronisieren pro Tag eine Folge durchgezogen, räumt er ein.

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