Echtzeitkommunikation:
4 Praxistipps: So gelingen Live-Videos

Die Social-Media-Kanäle sind voll mit Hochglanz-Perfektion. Gerade deswegen schätzen Menschen die Livekommunikation. Vier Tipps, wie diese gelingt.

Text: Nadia Riaz

Als die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet wurde, hatten die Zuschauer ohne Eintrittskarte die besten Plätze. Sie bekamen gleich zweierlei geboten: zum einen die spektakuläre Lightshow, die das Konzerthaus bunt erstrahlen ließ und die nur für die sichtbar war, die während des Eröffnungskonzerts draußen waren; zum anderen mussten die Schaulustigen nicht auf den musikalischen Genuss und die Innenansicht verzichten - vorausgesetzt, ihre Internetverbindung war stark genug. Dank einer 360-Grad-Liveübertragung aus dem Konzertsaal wurde die Eröffnung der Elbphilharmonie zum Webspecial.

Das Konzerthaus ist mit der Liveübertragung nicht allein. Längst finden sich immer mehr Livestreams in den sozialen Medien – von großen, professionellen Anbietern wie der Elbphilharmonie, aber auch von privaten Usern. Die sozialen Netzwerke investieren schon lange in Livefunktionen - Facebook und Youtube gehören zu den großen Anbietern. Twitch, Younow, Instagram Live und Periscope sind die Streams, die weniger Reichweite haben.

Erste große Marken sind schon auf den Zug aufgesprungen und nutzen die Formate für ihre Marketingstrategie. Es gilt, mit der Zielgruppe mitzuhalten und wertvolle Imagepunkte zu sammeln.

4 Tipps wie Live-Videos gelingen

1. Authentizität ist das A und O.

"Gerade Marken tendieren dazu, verschlossener zu sein. Sie haben Angst, sich in irgendeiner Weise zu blamieren", sagt Stefan Meister, Kommunikationschef von Facebook Deutschland. Aber wer Schwächen zeigt, macht sich nahbar und sympathisch. Menschen mögen Live-Videos, weil sie die Authentizität schätzen. Es ist also nicht schlimm, wenn vor der Kamera etwas schiefgeht. Je glaubwürdiger das Live-Video rüberkommt, desto besser.

2. Das Live-Video ankündigen

Plant ein Unternehmen einen Live-Stream ist es dringend notwendig, das auf den relevanten Kanälen mehrmals anzukündigen. Nur dann kann das Live-Video im Augenblick der Übertragung seine Zuschauer finden. Man kann auch ein Teaservideo erstellen, wenn man ein redaktionell vorbereitetes Live-Video plant.

3. Die Zuschauer integrieren

Menschen lieben Live-Videos vor allem, weil sie die Chance bekommen, live ihre Fragen und Meinungen zu teilen. Ein aktives Community Management während des Streams ist also sehr wichtig. Denn wann sonst kann man Anregungen der Zuschauer in Echtzeit aufnehmen und ihre Fragen beantworten? Es ist auch möglich, im Voraus um Fragen zu bitten. So kündigt man gleichzeitig seinen Livestream an. Dem stimmt auch Hendrik Menz, Director Social Media/Consulting, zu. "Kein anderes Massenmedium kann ein vergleichbares Maß an Nähe zwischen Marke und Konsument erlebbar machen. Marken können sich Vertrauen und Sympathie verdienen, welche im Wert schwer aufzuwiegen sind."

4. Für das richtige Equipment sorgen

"Je nach Anlass, von der Übertragung per Webcam oder Smartphone, bis hin zu professionellen Studio Setup, ist die gesamte Bandbreite an möglichen Produktionsumfängen realisierbar. Je rudimentärer das Setup, desto authentischer die Wirkung", sagt Hendrik Menz. Daher sollte der primäre Fokus auf der thematischen Vorbereitung und Konzeption des Ablaufs liegen, bevor man bei entsprechendem Erfolg in größere Studioszenarien investiert.

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Autor: Nadia Riaz

volontierte bei W&V und Kontakter, war anschließend Redakteurin bei LEAD, wo sie ihre Begeisterung für Digital- und Tech-Themen entdeckte. Nadia hat München für Hamburg ausgetauscht und schreibt jetzt als freie Autorin für W&V am liebsten über Blockchain und KI.


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