Hunderte offene Stellen in der Gaming-Branche: Wo es welche Jobs gibt

Spielend Karriere machen: Online-Spiele haben Hochkonjunktur. Dabei wächst nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der offenen Stellen. Firmenchefs und Recruiter haben W&V Online erzählt, wen und wie viele sie suchen.

Text: Judith Stephan

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Spielend Karriere machen: Online-Spiele haben Hochkonjunktur. Dabei wächst nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der offenen Stellen - die Branche entwickelt sich in Deutschland zu einem wahren Jobmotor. Gesucht wird für Kreation, Produktion und Vermarktung.

Beispiel ProSiebenSat.1 Games: Die Tochter des TV-Konzerns beschäftigt zur Zeit rund 70 Mitarbeiter und will bis Ende des Jahres mindestens 30 weitere anheuern. Als Publisher erwirbt das Münchner Unternehmen Lizenzen von Premium-Online-Spielen - neu sind die Rechte für Sony-Produkte wie „DC Universe Online“ oder „Star Wars: Clone Wars Adventure“ - und verteilt sie auf die Gaming-Portale der Mediengruppe. Auf Alaplaya, ProSiebenGames, Sat.1Spiele und Browsergames.de werden weibliche Casual-Gamer genauso wie männliche Core-Gamer erreicht. „Wir suchen Product-, Support-, Marketing Manager sowie Techniker“, sagt Geschäftsführer Andreas Heyden. Keine leichte Aufgabe, denn um geeignete Spezialisten reißt sich nicht nur die Medien-Konkurrenz wie beispielsweise RTL Interactive oder Springers Bild digital. Auch Digitalagenturen, die als Dienstleister Gewinn- oder Unterhaltungsspiele in die Websites von Markenartiklern integrieren sollen. Hard- und Softwarefirmen, die Entwicklerstudios und Spielehersteller selbst suchen ebenfalls nach Spezialisten.

In den Büros der Branchenunternehmen arbeiten die verschiedensten Kreativen zusammen. Grafiker, Games Artists (darunter Sound und Animations-Spezialisten), 3D-Künstler, Programmierer, Game -Designer, Producer oder Community Manager. Um die Bezahl- und Abrechnungssysteme kümmern sich der Programmierer im Support und der Revenue Manager, für das richtige Verhältnis zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Download-Items (beispielsweise für mehr Spielgeschwindigkeit, Rüstungen für Elfen und Krieger oder zusätzliche Munition) ist der Balancer zuständig. Diese Spezialisten stehen gleichermaßen auf der Rekrutierungsliste aller - bei den Branchen-Giganten Gameforge und BigPoint genauso wie bei den kleineren Firmen Travian und InnoGames.

Die Ausbildungsmöglichkeiten werden ständig professioneller. „Während es momentan noch viele Quereinsteiger und Autodidakten gibt, werden die Berufsbilder langsam konsolidiert“, sagt Birgit Roth vom Branchenverband G.A.M.E. Die Anzahl der Jobangebote wird nirgends zentral gelistet, aber die jährliche Umfrage der Initiative Gamecity:Hamburg ist allemal für eine Prognose gut. Rund 500 Stellen sind allein in der Elbmetropole, der größten Kolonie von Spieleanbietern, offen. Dort wollen die Unternehmen im Schnitt rund ein Viertel mehr Mitarbeiter einstellen, schätzen Fachleute.

Das gilt auch für die Hamburger Firma BigPoint, die ihre über 800 starke Belegschaft ausbauen will. „BigPoint möchte allein 2012 über 200 offene Stellen besetzen“, sagt Human Ressources Managerin Verena Zelfel. Mitbewerber InnoGames hat zwar erst 2011 unter anderem wegen des welt­weiten Erfolgs des Strategiespiels „Grepolis“ die Mannschaft auf über 200 Leute verdoppelt. Doch auch in den kommenden Monaten wächst das Team.

W&V nimmt den Boom-Markt in den kommenden Wochen genauer unter die Lupe. Die neue Print-Serie porträtiert die wichtigsten Berufe in der Spiele-Szene. Die aktuelle Job-Situation beschreiben Firmenchefs und Recruiter in der exklusiven Online-Umfrage von W&V-Redakteurin Judith Stephan.


Autor:

Judith Stephan
Judith Stephan

leitet seit fast zwanzig Jahren das Job & Karriere-Ressort der W&V. Ihr liegen vor allem die Themenbereiche Arbeitswelten und Jobperspektiven am Herzen. In ihrer Funktion als Chef vom Dienst ist sie in der Redaktion ebenfalls für Personalplanung, Aus- und Fortbildung zuständig.



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