Arbeitsbedingungen :
Umfrage: Freelancer genießen ihre Freiheit

Freelancer lieben die Möglichkeit, auch mal Nein sagen zu können. Vor allem Marketer sind stolz auf ihre Unabhängigkeit.

Text: Anja Janotta

Freelancer können ihren Arbeitsort oft frei wählen.
Freelancer können ihren Arbeitsort oft frei wählen.

Homeoffice, Unabhängigkeit und mehr Freizeit - Freelancer schätzen die guten Seiten ihres freien Arbeitens. Freelance.de hat in einer Umfrage eruiert, wie es sich denn wirklich als Freelancer arbeitet. Und tatsächlich, Freelancer scheinen sehr viel mehr Freiheiten im Vergleich zu Festangestellten zu genießen. Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, von flexiblen Arbeitszeiten zu profitieren und 56 Prozent davon, der eigene Chef zu sein. Fast 70 Prozent können es sich leisten, auch ab und an mal "nein" zu einem Auftrag  zu sagen.
Betrachtet man die verschiedenen Branchen getrennt voneinander, fallen einige Unterschiede auf: Unter den Freien aus dem Bereich Marketing, Vertrieb und Kommunikation freuen sich überdurchschnittliche 69 Prozent über eine flexiblere Zeiteinteilung. Weniger als im branchenübergreifenden Durchschnitt sind es bei den Freelancern aus den Bereichen Forschung, Bildung, Technik und Ingenieurwesen: In diesen Gruppen kann immerhin noch fast jeder Zweite den Tag so einteilen, wie er gerne möchte. Einen deutlichen Ausreißer nach oben gibt es auch bei den Unternehmensberatern, unter denen fast 80 Prozent angaben, dass sie unabhängig seien.

Freelancer können ihren Arbeitsort frei wählen

Immerhin 40 Prozent der Befragten kommen in den Genuss, ihren Arbeitsort selber auswählen zu dürfen. Auffällige Ausreißer zwischen den Branchen gibt es hier nicht. Ähnlich fällt das Ergebnis bei der Frage, ob Freelancer wirklich besser bezahlt werden, aus. Das höhere Einkommen wurde von 38 Prozent aller Befragten als tatsächlicher Vorteil angegeben. Allerdings gibt es hier zwischen den Branchen deutliche Unterschiede: Bei den ITlern ist der Anteil mit rund 52 Prozent deutlich höher als unter allen Befragten. Deutlich kleiner als im branchenübergreifenden Durchschnitt ist der Anteil wiederum unter den Designern, Künstlern und Medienschaffenden: Nur 14,3 Prozent gaben an, dass sie als Freelancer ein höheres Einkommen haben denn als Festangestellte.

Weniger Freizeit für Freelancer

Haben Freelancer bei all der Freiheit auch mehr Freizeit? Diese Frage muss man wohl verneinen: Nur 12,3 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehr Zeit für sich hätten, seit sie Freelancer sind. Fast 30 Prozent der Befragten sagten, dass sie im Gegenteil sogar längere Arbeitszeiten haben als Festangestellte. Von den längeren Arbeitszeiten sind überdurchschnittlich, mit je etwas mehr als 40 Prozent, die Designer, Ingenieure und die Freien aus dem Bereich Sprachen und Soziales betroffen.

Das freie Arbeiten bringt übrigens auch ein paar Störfaktoren mit sich: der erhöhte Verwaltungsaufwand  ärgert 48 Prozent, Projektakquise 46,5 Prozent sowie Steuern und Zusatzkosten sind für 45 Prozent ärgerlich.

Der Umfrage liegen 1345 Antworten zugrunde.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.