Zenith durchleuchtet Nutzer :
7 Fakten zum immer mobileren Medienkonsum

Mobile hat die Mediengewohnheiten der Verbraucher komplett auf den Kopf gestellt. Zum Stand des massiven Wandels weiß Zenith mehr. 

Dirk Lux, CEO Zenith.
Dirk Lux, CEO Zenith.

2019 sollen 26 Prozent des weltweiten Medienkonsums auf mobiles Internet entfallen; 2016 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent. Das geht aus den aktualisierten "Media Consumption Forecasts" von Zenith hervor. Die Jonathan Barnard, Head of Forecasting bei Zenith, so zusammenfasst: "Die Mobiltechnologie hat die Mediengewohnheiten der Verbraucher in weniger als einem Jahrzehnt vollständig auf den Kopf gestellt. Diese großen Veränderungen haben jetzt etwas an Tempo verloren – zumindest bis die nächste disruptive Technologie sich durchsetzen wird."

Die Fakten zum mobilen Medienkonsum im Detail:                

Erstens.
Weltweit werden Menschen im Jahr 2019 im Schnitt 122 Minuten pro Tag über Browser und Apps das mobile Internet nutzen; 2010 waren es gerade einmal 10 Minuten pro Tag.

Zweitens.
Die Steigerungsraten beim mobilen Medienkonsum flachen allerdings ab: Zwischen 2010 und 2016 wuchs der mobile Internetkonsumlaut Zenith jährlich um durchschnittlich 44 Prozent. Hauptverantwortlich machen die Forscher die zunehmende Verbreitung von Mobilgeräten, technologische Verbesserungen und die größere Verfügbarkeit von mobilen Inhalten. Ein Teil dieses zusätzlichen mobilen Konsums ging zu Lasten von traditionellen Medien, aber die Verbreitung der Mobiltechnologie habe den Medienkonsum auch insgesamt befeuert, heißt es.

Drittens.
Nutzer können heute fast überall und jederzeit auf mehr Medien als je zuvor zugreifen. Die Folge: 2016 betrug der durchschnittliche Medienkonsum 456 Minuten pro Person, 2010 waren es 411 Minuten – dein jährlicher Anstieg von 2 Prozent.

Viertens.
Jetzt, wo Mobilgeräte zum Dreh- und Angelpunkt im Leben vieler Menschen geworden sind, flacht die Zunahme - wie erwähnt - beim mobilen Internetkonsum ab. Und damit auch die Zunahme beim Medienkonsum insgesamt: 2016 stieg die mobile Internetnutzung um 25 Prozent, 2015 lag das Wachstum noch bei 43 Prozent, und für 2017 erwarten wir ein Wachstum von 17 Prozent. Beim Gesamtmedienkonsum rechnet Zenith nach einer Zunahme von 2,7 Prozent in 2016 für dieses Jahr mit einem mehr oder weniger flachem Wachstum und einem jährlichen Wachstum von weniger als 1 Prozent bis 2019.             

Fünftens. 
2014 war das letzte Jahr, in dem der größte Anteil der Internetzugriffe über Desktopgeräte erfolgte, 2015 überholte Mobile Desktop und wurde zur Nummer eins unter den Internetzugangsmedien. Für 2017 prognostizieren wir für Mobile bereits einen Anteil von 71 Prozent am gesamten Internetkonsum. Die Regionen mit den höchsten Zuwachsraten bei der mobilen Internetnutzung sind Nordamerika (wo 76 Prozent der Internetnutzung mobil erfolgen) und der Asien-Pazifik-Raum (75 Prozent).

Sechstens.
Doch: Mehr als zwei Drittel des weltweiten Medienkonsums (69 Prozent) entfallen 2017 nach wie vor auf traditionelle Medien Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehen und Radio, Kino und Außenwerbung - ungeachtet des rasanten Aufstiegs des Internets. 2017 werden Menschen durchschnittlich 316 Minuten pro Tag mit klassischen Medien verbringen, 2010 waren es noch 364 Minuten.
Auch wenn die traditionellen Medien in den vergangenen sieben Jahren 13 Prozent am weltweiten Medienkonsum eingebüßt haben, konnten diese Medieneigentümer einen Teil der verlorenen Nutzungszeit mit ihren Online-Töchtern wieder wettmachen - weiß Zenith.

Siebtens.
Fernsehen bleibt übrigens mit 170 Minuten Sehzeit pro Tag (verglichen mit 140 Minuten Internetkonsum) in diesem Jahr weiterhin das dominante Medium. Zenith erwartet, "dass sich das für den Rest unseres Prognosezeitraums nicht ändern wird". Der Abstand zwischen Fernseh- und Internetkonsum werdesich allerdings verringern - und zwar von 30 Minuten im Jahr 2017 auf nur mehr sieben Minuten 2019.

Was Marken beachten sollten

Dirk Lux, CEO Zenith, rät angesichts des Wandels beim Medienkonsum den Werbungtreibenden: "Marken dürfen auf Änderungen im Mediennutzungsverhalten nicht nur reagieren. Sie müssen diese auch antizipieren, um stärkere und dauerhaftere Beziehungen mit Konsumenten aufzubauen. Anders können sie nicht wachsen."

Die zum dritten Mal erscheinende jährliche Ausgabe der "Media Consumption Forecasts" untersucht das sich ändernde Nutzungsverhalten beim Medienkonsum seit 2010 und prognostiziert die sich daraus ergebenden zeitmäßigen Auswirkungen für die einzelnen Medien zwischen 2017 und 2019 in 71 Ländern auf der ganzen Welt.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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