Ericsson ConsumerLab TV & Media Report 2015 :
7 Trends beim Bewegtbildkonsum

Bewegtbildinhalte jederzeit und überall auf Abruf: Das verändert das Nutzerverhalten massiv, wie der Ericsson ConsumerLab "TV & Media Report 2015" offenbart.

Text: Petra Schwegler

19. Feb. 2016 - 3 Kommentare

Video on Demand verändert das Zuschauerverhalten massiv. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt der Ericsson ConsumerLab "TV & Media Report 2015". Er fasst zum sechsten Mal sehr umfassend die weltweiten Trends in Fernsehen und Media zusammen – auf Basis von über 20.000 Online-Interviews in 20 Märkten, die repräsentativ sind für 680 Millionen Konsumenten in Amerika, Europa und auch Asien.

Hier 7 wichtige Trends, die dem Report zu entnehmen sind:

- Die Nutzer verbringen inzwischen sechs Stunden pro Woche damit, gestreamte Abrufserien oder –Filme anzusehen – mehr als doppelt so lange wie 2011.

- Abrufservices werden von den Konsumenten zunehmend geschätzt. In den USA etwa wird inwischen mehr als ein Drittel (35 Prozent) der gesamten TV- und Videonutzungszeit mit On-Demand-Angeboten bestritten.

- Die Nutzer werden immer mobiler: Seit 2012 hat die Zahl derer, die über ihr Smartphone Inhalte abrufen, um satte 71 Prozent zugenommen.

- Vor allem die 16- bis 34-Jährigen nutzen ihre Bewegtbildinhalte mobil via Smartphone, Laptop oder Tablet: Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) aus dieser jungen Zielgruppe setzt sich dafür nicht mehr vor das TV-Gerät.

- Nutzer von Subscription Video-On-Demand (S-VOD) - also Abonnenten von Services wie Netflix, Amazon Prime oder HBO – sind besonders anfällig fürs neue "Komaglotzen", das Binge-Watching. 86 Prozent dieser Kunden verfallen mindestens einmal pro Woche diesem Phänomen.

- Die neuen Möglichkeiten verändern Sehgewohnheiten: Die Hälfte aller Befragten weltweit, die klassisches lineares Fernsehen nutzen, gaben beim Report an, dass sie nichts finden, um wenigstens einmal am Tag einzuschalten.

- User Generated Content, wie ihn etwa Youtube bietet, nimmt immer mehr Zeit der Konsumenten in Anspruch. Einer von zehn Nutzern der Videoplattform ruft inzwischen mehr als drei Stunden täglich Inhalte der unzähligen Kanäle ab.

Hier noch ein Überblick aus der Studie über die On-Demand-Services, die Deutsche nutzen:

Die gesamte und sehr umfangreiche Studie ist hier zu finden.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



3 Kommentare

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Anonymous User 22. Februar 2016

@ Alex
"weil sie eben durch on-demand Services daran gewöhnt sind, für sie relevanten Content jederzeit verfügbar zu haben."
Das ist deine Vermutung.
Ich kann auch ohne das ich an On-Demand gewöhnt bin zu einer Zeit fernsehen wollen, an dem aber letztendlich nichts interessantes kommt.

Allerdings ist der Punkt wirklich missverständlich geschrieben.
Ich verstehe es so:
50% der Nutzer, die klassisches Fernsehen nutzen, gaben an, dass Sie im Fernsehen nichts finden um diesen anzuschalten.
Das bedeutet meiner Meinung nach, dass 50% nur aus Gewohnheit klassisches Fernsehen schauen und nicht des Programms wegen. Also anschalten, weil sie fernsehen wollen und nicht weil sie eine spezielle Sendung umbedingt sehen wollen.
Das wiederum bedeutet das 50% leichter empfänglich für z.B. On-Demand sind, wodurch der Markt noch mehr an Wichtigkeit gewinnt.

Anonymous User 22. Februar 2016

@Leo: nur etwas unglücklich übersetzt. Gemeint ist, dass die Hälfte der regelmäßigen TV-Seher mind. zu einem Zeitpunkt am Tag, an dem sie gerne Fernsehen würden, nichts passendes im Programm finden (weil sie eben durch on-demand Services daran gewöhnt sind, für sie relevanten Content jederzeit verfügbar zu haben.)

Anonymous User 19. Februar 2016

"Die neuen Möglichkeiten verändern Sehgewohnheiten: Die Hälfte aller Befragten weltweit, die klassisches lineares Fernsehen nutzen, gaben beim Report an, dass sie nichts finden, um wenigstens einmal am Tag einzuschalten."

Was für ein Schmarrn. Schaut denn demnach nur noch die Hälfte der Bevölkerung TV?

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