Sky und WeltN24 steigen ein :
AGF wird zur Arbeitsgemeinschaft Videoforschung

TV- und Streamingdaten liefert die neue AGF, die jetzt "Arbeitsgemeinschaft Videoforschung GmbH" heißt und zwei neue Gesellschafter zählt.

Text: Petra Schwegler

AGF-Chef Willibald  Müller spricht mit weiteren Interessenten, die Part der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung werden wollen.
AGF-Chef Willibald Müller spricht mit weiteren Interessenten, die Part der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung werden wollen.

Es ist soweit: Bei der Reichweitenmessung gehen lineares TV und Streaming nun Hand in Hand. Die AGF, bisher "Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung", firmiert seit Jahresanfang als "Arbeitsgemeinschaft Videoforschung GmbH". Sie geht in neuer Gesellschaftsform und mit zukunftsfähigem Lizenzmodell an den Markt, heißt es dazu am Mittwoch. Künftig werden TV- und Streamingdaten für eine wachsende Zahl von Bewegtbildangeboten in einem System integriert.

Zudem zählt die neue Arbeitsgemeinschaft Videoforschung mehr Gesellschafter: WeltN24 und der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland stehen kurz vor dem Eintritt in die neu gegründete AGF Videoforschung GmbH. Letztere bringen ihre Erkenntnisse aus der Sky-eigenen Multiscreen-Plattform-Messung Sky 360 und dem 15.000-Haushalte-Panel mit ein.

Die Geschäftsführung der neuen Forschungsfirma hat – wie bereits verkündet - Willibald Müller am 1. Januar übernommen. Zeitgleich habe die AGF ein neues Lizenzmodell eingeführt, das im Sinne der einheitlichen Konvergenzmessung TV- und Streamingdaten in einem System integriert, heißt es.

Die Arbeitsgemeinschaft Videoforschung ist offen für weitere Gesellschafter

WeltN24 und Sky werden jeweils zehn Prozent an der AGF Videoforschung GmbH übernehmen. Die bisherigen Gesellschafter ARD, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media und ZDF halten zum Start die übrigen Anteile. Doch der Kreis der Eigner könnte noch größer werden, denn die GmbH ist "mit weiteren Unternehmen bereits in konkreten Gesprächen über eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung und darüber hinaus offen für die Mitwirkung weiterer Marktteilnehmer aus dem linearen und nonlinearen Bewegtbildbereich", heißt es weiter.

Über die GmbH wacht ein Aufsichtsrat, in dem die Gesellschafter sowie OWM und OMG vertreten sind. Ein Forschungsbeirat berät die AGF-Geschäftsführung in allen methodischen und technischen Fragen der Reichweitenmessung. "Damit führt die AGF Videoforschung GmbH auch in der neuen Struktur die Prinzipien eines Joint Industry Committee (JIC) fort", versichert das Team um Müller. Einbezogen werden dabei alle Marktteilnehmer und -partner, die am Standard für die Messung von Bewegtbild mitwirken.

Uwe Storch, OWM-Vertreter im bisherigen AGF-Vorstand, hatte immer wieder auf eine Konvergenzwährung gepocht, um den Bewegtbildkonsum zeitgemäß darstellen zu können. Er wird nun von der "neuen" AGF so zitiert:

"Die OWM unterstützt die neue AGF Videoforschung GmbH in ihrem Bemühen, den deutschen Marktstandard für die Bewegtbildmessung effektiver voranzubringen, als auch hinsichtlich der notwendigen Öffnung für weitere relevante Anbieter im Markt."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.