Deutschland-Start :
Amazon Channels: So sieht die neue TV-Strategie aus

Der US-Riese drängt weiter in den deutschen Pay-TV-Markt und heizt damit bestehenden Marktteilnehmern ein. 

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Amazon launcht kostenpflichtige Channels für Prime-Mitglieder
Amazon launcht kostenpflichtige Channels für Prime-Mitglieder

Amazon Prime Video öffnet seine Plattform für TV-Inhalte von Free-TV-Sendern, Pay-Sendern sowie Filmproduzenten. Über den neuen Service Amazon Channels haben Amazon-Prime-Mitglieder Zugriff auf 25 neue Streaming-Kanäle. "Und das ist erst der Anfang", sagt Alex Green, Managing Director von Amazon Channels Europa anlässlich einer Präsentation in München. "Weitere Channels folgen in den nächsten Monaten."

Gegen Aufpreis können Kunden einzelne Channels hinzubuchen. Die ersten 14 Tage sind kostenlos, dann fallen monatlich zwischen 1,99 und 7,99 Euro an. Kündbar: jederzeit.

Die neuen Amazon Channels umfassen Genres wie Filmklassiker, Krimi-Serien aus Großbritannien und Skandinavien, Horror, Dokumentationen, Kindersendungen und Live-Sport. Zu den Amazon Channels, die in Deutschland und Österreich verfügbar sind, gehören unter anderem Mubi, Geo Television, MGM, Terra X, Motorvision TV sowie eine Reihe an Genre-Channels mit Independent-Filmen, Bildungskursen sowie diversen Titeln in türkischer Sprache.

Die Inhalte können live oder on Demand abgerufen werden. Auch mit NBC Universal wurde ein Deal abgeschlossen. Vom Start an dabei sind Syfy Horror, Studio Universal Classics sowie E Entertainment, freut sich Geschäftsführerin Katharina Behrends.

Noch kein Bundesliga-Deal mit Sky in Sicht

Die Frage, ob künftig einzelne Spiele der Bundesliga auch dort zu sehen seien, verneint Green. Ob Gespräche mit Sky laufen? "Wir sprechen mit allen Partnern im Markt", so die vage Antwort.

In den USA ging das so genannte Amazon Prime Streaming Partners Program vor anderthalb Jahren an den Start. "Unsere Erwartungen wurden übertroffen", sagt Green. Zahlen nennt der Manager keine. Wie sich das Geschäft in Deutschland entwickelt, bleibt abzuwarten.

Auch hier setzt Amazon ganz geschickt wieder auf die Bequemlichkeit der Nutzer. Anstatt sich die Lieblingsserien auf den unterschiedlichsten Plattformen zusammensuchen zu müssen, gibt es eine gemeinsame Watchlist für alle Angebote. Und zu den neuen Amazon Channels sind es nur zwei Klicks, denn der Account mit allen wichtigen Nutzerdaten besteht ja bereits.

Das neue Angebot wird auch Folgen für bestehende Anbieter haben. E-Commerce-Spezialist Alexander Graf sagte kürzlich im Gespräch mit W&V: "Diese Entwicklung geht sehr wahrscheinlich zulasten anderer Anbieter wie Maxdome, Waipu.tv oder Zattoo." Es sei "ein Angriff auf alle Distributionsnetzwerke", so der Digitalmanager.


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.