Serie von Sönke Wortmann :
ARD feiert Quotenerfolg mit "Charité"

Eine Serie im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die auf "Tatort"-Niveau läuft? Gibt's: "Charité" erreichte 8,32 Millionen Zuschauer.

Text: Susanne Herrmann

ARD-Serie "Charité": Oberin Martha (Ramona Kunze-Libnow, M.) beim morgendlichen Apell mit den Schwestern und Wärterinnen.
ARD-Serie "Charité": Oberin Martha (Ramona Kunze-Libnow, M.) beim morgendlichen Apell mit den Schwestern und Wärterinnen.

Starker Auftakt für die sechsteilige ARD-Serie "Charité": Im Schnitt 8,32 Millionen Zuschauer verfolgten am Dienstagabend von 20.15 die ersten beiden Folgen der historischen Geschichte über die Berliner Traditionsklinik. Der Marktanteil betrug 25,9 Prozent. Sogar die begehrten Jüngeren waren gut dabei. Von den 14- bis 49-jährigen Zuschauern schalteten 1,54 Millionen ein (Marktanteil 14,4 Prozent).

Die ARD-Verantwortlichen freuen sich: Mit Ausnahme der "Tatort"-Krimis erreichte keine andere Sendung im deutschen Fernsehen in diesem Jahr ein größeres Publikum.

"Charité" ist sogar unter den Erfolgsserien ein Erfolg

Zum Vergleich: Das 2016 bei Kritikern wie Zuschauern beliebte Serienformat "Ku'damm 56" im ZDF erreichte voriges Jahr bis zu 6,35 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren. Private Hits wie das Dschungecamp bei RTL schauen bis zu 8 Millionen Fans.

Mit Qualitätsproduktionen und guten Kritiken erreichen die Fernsehsender aber oft nur ein vergleichsweise geringes Publikum, etwa die hoch gelobte NSU-Trilogie der ARD 2016 mit maximal 2,9 Millionen Zusehern oder die Emmy-prämierte RTL-Serie "Deutschland 83" 2015 mit zunächst gut 3 Millionen und zum Finale 1,63 Millionen Zusehern. "Deutschland 86" produziert nun Amazon Prime Video.

Die Serie "Charité"  ist im Drei-Kaiser-Jahr 1888 angesiedelt, als berühmte Forscher wie Robert Koch, Rudolf Virchow oder Paul Ehrlich an der Charité tätig sind. Regie führte Sönke Wortmann, der für Kinohits wie "Kleine Haie", "Das Wunder von Bern" und der WM-Doku "Deutschland: ein Sommermärchen bekannt ist. Die Idee und die Drehbücher zu stammen von der Grimme-Preisträgerin Dorothee Schön und Dr. Sabine Thor-Wiedemann.

Programmdirektor Volker Herres kündigte eine Fortsetzung an: "An den Drehbüchern zur zweiten Staffel wird bereits gearbeitet." Die Fortsetzung soll dann in der Zeit des Nationalsozialismus spielen, "es wird also auch um Aufarbeitung der Medizinverbrechen der Nazis gehen", sagt Herres.

Erst einmal muss aber Staffel eins zu Ende gehen: Die weiteren vier Folgen der ersten Staffel sind jeweils dienstags um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. Produziert wurde die Miniserie von Nico Hofmann und seiner Ufa Fiction gemeinsam mit Mia Film im Auftrag der ARD.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.