Chance für StartUps :
Auftrag: Werbung besser machen

Süddeutsche Zeitung, SWMH und MediaLab Bayern machen gemeinsame Sache auf der Suche nach neuen Ideen für gute digitale Werbung

Text: Holger Schellkopf

Auf der Suche nach besserer Werbung: SZ und MediaLab Bayern starten Partner Fellowship
Auf der Suche nach besserer Werbung: SZ und MediaLab Bayern starten Partner Fellowship

Die Vermarktung von digitalen Angeboten ist noch immer eine Herausforderung. „Der digitale Wandel hat auch das Feld der Anzeigenvermarktung voll getroffen: Werbung verändert sich. Als Medienhaus, das auch von Anzeigenumsätzen lebt, wollen wir herausfinden: Wohin?“, sagt Dirk von Gehlen, Leiter Innovation/Social Media bei der SZ. Welche Ansätze gibt es, um Anzeigen für Kunden, Agenturen und Werbetreibende attraktiver zu machen? Wie kann man Botschaften näher an den Kundeninteressen kommunizieren? Wo sind die neuen Konzepte, die Werbung besser machen, um nicht als störende Reklame wahrgenommen zu werden? Diese Fragen gelte es zu beantworte, so von Gehlen.

"Wenn wir ehrlich sind, ist die meiste Onlinewerbung schlecht"

Ähnlich sieht das Lina Timm vom MediaLab Bayern. Sie sagt: "Wenn wir ehrlich sind, ist die meiste Onlinewerbung schlecht. Sie blinkt, sie empfiehlt mir Produkte, die ich nicht brauche und schiebt sich über Artikel, die ich eigentlich lesen möchte. Kurz: Sie nervt. Dabei kann Werbung zwei Dinge: Wenn sie clever und passend ist, dem Nutzer wirklich hilfreiche Empfehlungen geben und damit wie seit jeher den Journalismus finanzieren. Mit unserem Media Startup Fellowship vom Media Lab Bayern suchen wir Ideen für Startups, die die Zukunft der Medien erschaffen wollen - und gute Werbelösungen sind aktuell die Herausforderung für digitale Medien. Erste digital-only Medien in den USA haben das schon erkannt und kümmern sich vorrangig um das Thema Werbung. Das Thema braucht völlig neue Ideen und ist damit eine perfekte Challenge für die Startup-Szene. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir mit der Süddeutsche Zeitung und SWMH so renommierte Partner gewonnen haben und sie so mutig waren, es vorzuschlagen und gemeinsam mit uns anzupacken. Alles beim alten zu lassen ist einfach, zu sehen, dass hier momentan Potenzial verschenkt wird und die eigenen Produkte für den Nutzer besser machen zu wollen, ist ein klasse Schritt. Als Partner des Media Lab Bayern wählen sie das Fellow-Team mit aus, unterstützen es finanziell und begleiten sie als Mentoren durch unser sechsmonatiges Startup-Programm. Damit gewinnen beide. Startups suchen immer nach Entwicklungspartnern, um ihre Prototypen im realen Umfeld zu testen und anzupassen. Die SZ und SWMH bekommen so eine Lösung, die ihnen bei ihrem aktuellen Problem wirklich weiterhilft und vielleicht sogar maßgeschneidert ist. Genau das ist unser Ziel als Media Lab Bayern: etablierte Medien und Startups so früh wie möglich zusammenbringen, damit beide voneinander profitieren."

Clevere Werbung entwickeln, das ist die Aufgabe im Partner Fellowship von SZ und MediaLab Bayern, unterstützt von der SWMH. Gesucht wird ein Startup, das sich mit seinem Geschäftsmodell auf den Slogan „Werbung besser machen“ ausgerichtet hat. Von Gehlen dazu: "Als Medienhaus fühlen wir uns den Interessen unsere Leserinnen und Leser verpflichtet, wollen aber auch unseren Anzeigenkunden helfen, ihre Ziele zu erreichen. Auf der Suche nach einem für alle Seiten profitablen Ausgleich öffnen wir uns für neue Ideen."

Medien-Startups können sich noch bis 31. Oktober bewerben. Geboten wird ein sechsmonatiges Coachingprogramm im Media Lab Bayern, dem Inkubator der BLM. Im Rahmen des Fellowships erhalten die Startups 15.000 Euro Budget, ein kostenloses Büro in München sowie Zugang zu den Kontakten und Ressourcen des Media Labs Bayern. Startups, die sich der Idee "Werbung besser machen" interessieren, erhalten zusätzlich eine enge Anbindung an die SWMH und die Süddeutsche Zeitung.

Alle Infos zum Projekt gibt es hier: http://www.werbungbessermachen.de


Autor:

Holger Schellkopf

Chefredakteur Digital. Sozialisiert mit Print, konvertiert zu digital. Wild entschlossen, doch noch eine wirkliche Ahnung von der Sache mit dem Coden zu bekommen. Feste Überzeugung: Digital Journalism rocks! Versucht ansonsten, sich so oft wie möglich auf das Rennrad zu schwingen oder in die Laufschuhe zu steigen.