Eklat beim ARD-Talk :
Bosbach verlässt ”Maischberger“ - das Netz bleibt dabei

Turbulenter Talk, spannende Reaktion: Der Bosbach-Ditfurth-Eklat beim ARD-Talk "Maischberger" bewegt viele Gemüter. Ein Überblick.

Text: Petra Schwegler

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"Maischberger" mal spannend: Bosbach und Ditfurth (r.) gerieten aneinander.
"Maischberger" mal spannend: Bosbach und Ditfurth (r.) gerieten aneinander.

Dass CDU-Politiker Wolfgang Bosbach nach einer hitzigen Diskussion mit der früheren Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth am Mittwochabend erbost die ARD-Talksendung ”Maischberger“ verlassen hat, bewegt das Social Web.

"Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und ihrer (...) Argumentation unerträglich. Das muss ich nicht mitmachen", sagte der Bundestagsabgeordnete und verließ am Mittwochabend vor laufenden Kameras die Gesprächsrunde über die Krawalle während des Hamburger G20-Gipfels. Unter reger Anteilnahme der Netzgemeinde, die dranblieb und auch Kritik an der Zusammensetzung der Talkrunde durchblicken ließ: 

Bosbach hatte Ditfurth unter anderem vorgeworfen, die Krawalle zu verharmlosen und den ebenfalls in der Talkrunde sitzenden Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders mehrfach "in geradezu unverschämter Weise angegangen" zu haben. Ditfurth hatte unter anderem gesagt, in Hamburg seien Menschen in ihren Grundrechten verletzt und nicht-vermummte Journalisten verprügelt worden, weil anderswo "einige Leute schwarz gekleidet" waren. 

Die ARD-Moderatorin selbst mischt rege mit, um Dinge klarzustellen. Sandra Maischberger teilte per Facebook mit, sie bedaure sehr, dass Bosbach die Runde vorzeitig verlassen habe. Und: ”Ich möchte mich ausdrücklich bei Frau Ditfurth für den Versuch entschuldigen, sie aus der Sendung komplimentieren zu wollen.“ Das sei eine "unüberlegte Kurzschlussreaktion" gewesen, so Maischberger.

Nach Bosbachs Abgang bat Moderatorin Sandra Maischberger seine Kontrahentin, das Podium ebenfalls zu verlassen, um ”die Parität“ in der Runde wieder herzustellen. Ditfurth blieb aber sitzen. Eine Kommentarflut folgte, hier ein kleiner Auszug – inklusive Satire:

Am Donnerstagmorgen zählt der turbulente Maischberger-Talk auf jeden Fall zu den Topthemen bei Twitter. Rasch bildet sich die Aktion #bosbachleavingthings heraus. 

Gut schlug sich die ARD-Talkshow zum Thema ”Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?“ übrigens beim TV-Publikum  - 1,71 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren (13,2 Prozent) verfolgten ab 23.10 Uhr die Gesprächsrunde.

ps/dpa 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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