Trendmonitor :
"Bravo"-Studie: Whatsapp überholt Facebook

Jungs haben mehr Geld als Mädchen, Jugendliche lesen immer noch gern, verfügen sehr oft über Smartphones und oft schon über ein eigenes Tablet. Und sie mögen Marken wie H&M, Adidas, Nike und Converse, wie der aktuelle "Trendmonitor" von "Bravo" zeigt. Facebook ist demnach nicht mehr das Maß aller Dinge.

Text: Anja Janotta

17. Feb. 2014 - 2 Kommentare

Schon in frühen Jahren beginnt die Einkommensschere. Im Jahresschnitt haben Jungen 200 Euro mehr zur Verfügung als Mädchen. Zwar bekommen die männlichen 12- bis 19-Jährigen weniger Taschengeld, dafür verdienen sie aber mehr als die Mädchen, 584 Euro im Schnitt (Mädchen: 384 Euro). Im Schnitt hat ein Jugendlicher nach Abzug aller Kosten, wie etwa für Miete oder Versicherungen, 2773 Euro pro Jahr zur freien Verfügung. Das zeigt der aktuelle "Bravo Trendmonitor" von Bauer. Das meiste davon wird gespart, oft für eine größere Anschaffung wie zum Beispiel der Führerschein.

Weitere Details: Die "Digital Natives" sind trotz allem noch eine literarische Generation. Nahezu alle haben im vergangenen halben Jahr fünf bis sechs Bücher gelesen. Aber gleichzeitig sind Handys und Internet aus dem jungen Leben kaum wegzudenken. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass sie nicht nur bei Facebook, sondern auch auf Einkaufsportalen ihre Werturteile verbreiten: 19 Prozent der Mädchen und 26 Prozent der Jungen haben schon Bewertungen abgeben. Hauptsächlich waren dies positive Kommentare.

Facebook-Abstinenzler gibt es nur wenige. Acht Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen benutzen das soziale Netzwerk nicht. 27 Prozent der Nicht-Nutzer sind ehemalige Facebook-Mitglieder, die ihren Account bewusst gelöscht haben. Bei den Smartphones ist Facebook längst schon überholt: Bei 46 Prozent der Mädchen und 34 Prozent der Jungen liegt Whatsapp vorne, Facebook ist nur bei 34 Prozent der Mädchen und 34 Prozent der Jungen das meistgenutzte Netzwerk. Immer noch werden die sozialen Netzwerke hauptsächlich aus dem stationären Internet heraus bedient und befüllt (83 Prozent) - auch wenn Smartphones und Tablets auf dem Vormarsch sind. Die Zahlen sind beachtlich: Neun von zehn haben ein eigenes Smartphone, ein Tablet nennt jedes vierte Mädchen und jeder fünfte Junge sein eigen.

Persönlicher Style ist laut der "Bravo"-Studie besonders wichtig: Mädchen stylen sich im Schnitt 21 Minuten, Jungen zehn Minuten. Dies verdoppelt sich bei besonderen Anlässen. Modemarken haben eine große Bedeutung: H&M, Primark und New Yorker sind die Lieblingsmarken der Girls, Adidas, H&M sowie Nike die der Boys. Mädchen wie Jungen lieben am meisten Schuhe von Converse, Nike und Adidas - nur jeweils in anderer Reihenfolge. Bei den Fastfood-Ketten hat bei allen McDonald's die Nase vorn, bei den Mädchen folgen auf den Rängen Starbucks und Subway, bei den Jungs Burger King und Subway. Befragt wurden für den "Trendmonitor" 961 Jugendliche im aLter zwischen zwölf und 19 Jahren.

Mehr Details zur Lebenswelt der Jugendlichen, zu ihren Marken und Vorlieben finden Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V (EVT: 17.020.). Abo?


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



2 Kommentare

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Anonymous User 17. Februar 2014

Da sind doch auch Jugendliche dabei, die mit 15/16 in Lehre gehen oder eine Ausbildung beginnen. Da zahlt man dann Miete und Versicherung.

Und 2773 Euro / im Jahr - die dann "übrig" sind und zur "freien Verfügung" stehen - sind nicht wahnsinnig viel, wenn man überlegt was diese Zielgruppe alles konsumieren soll.

Anonymous User 17. Februar 2014

Jugendliche, zwischen 12 und 19, die Miete und Versicherung zahlen und im SCHNITT 2773 € übrig haben?

Was für "Jugendliche" haben die denn bitte befragt?

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