Einschaltquoten Monatsbilanz :
Der Juni gehört dem ZDF und den Sender-Zwergen

Das Zweite ist nach wie vor Erster, was die Fernsehmarktanteile angeht - und konnte sogar zulegen. Auf Kosten der größeren Wettbewerber.

Text: Susanne Herrmann

Live vom Confederations Cup in Sotschi berichteten abwechselnd ARD und - wie hier im Foto - das ZDF mit Holger Stanislawski, Sebastian Kehl, Jochen Breyer. Die guten Sportquoten trugen zum Juni-Ergebnis bei.
Live vom Confederations Cup in Sotschi berichteten abwechselnd ARD und - wie hier im Foto - das ZDF mit Holger Stanislawski, Sebastian Kehl, Jochen Breyer. Die guten Sportquoten trugen zum Juni-Ergebnis bei.

Mit Blick auf den Marktanteil im Juni liegt das ZDF weiterhin an der Spitze der deutschen Fernsehsender. Und hat seien Position im Vergleich zum Vormonat sogar von 12,6 auf 13,2 Prozent erneut ausgebaut. Auf Platz zwei findet sich die ARD, die leicht um 0,6 auf 10,8 Prozent verloren hat. RTL, Marktführer unter den Privatsendern, hat mit 9,0 Prozent (9,5) ebenfalls Marktanteile verloren.

Auf Platz vier liegt der Privatsender Sat.1 mit 6,6 Prozent und leichten Verlusten (Mai: 6,8 Prozent), gefolgt von Vox: RTLs Schwestersender konnte ein wenig zulegen und kam damit im Juni auf 5,2 Prozent Marktanteil (Mai: 5,1 Prozent). Auf dem sechsten Platz folgt ProSieben mit 4,5 Prozent (4,6).

Kabel eins konnte sich auf 3,6 Prozent steigern (Mai: 3,4 Prozent), RTL II blieb bei 3,2 Prozent. Die dritten ARD-Programme haben deutlich dazugewonnen und kamen zusammengerechnet auf einen Marktanteil von 13,0 Prozent (Mai: 12,3 Prozent). Die großen Acht zusammen büßten weiter Marktanteile ein. Sie fielen auf zusammen 55,9 Prozent - der nächste Tiefstwert nach den Mai-Zahlen (56,6 Prozent) - und das trotz der Zuwächse bei ZDF, Vox und Kabel eins.

Freude bei den kleinen Sendern

ZDF Neo erreichte erneut die 3,0 Prozent Marktanteil vom Mai und heizt damit RTL II und Kabel eins ein. RTL Nitro liegt gleichauf mit Super RTL bei stabilen 1,7 Prozent. Sat.1 Gold schalteten erneut 1,5 Prozent ein. N-TV meldete für Juni mit 1,3 Prozent "einen der besten Marktanteile seiner Geschichte", N24  muss sich hier mit 1,1 Prozent knapp geschlagen geben. Jeweils 1,0 Prozent meldeten Dmax, Disney Channel und Kika. Und Tele 5 kommt ebenso wie  Sport 1 auf 0,8 Prozent Marktanteil im Gesamtmarkt. Dahinter liegen ProSieben Maxx und Sixx mit je 0,7 Prozent.

Beim werberelevanten Kernpublikum zwischen 14 und 49 Jahren liegt weiterhin RTL vor (12 Prozent) ProSieben (9,5) und Sat.1 (8,2). Vox überholt das Erste und sichert sich den stabilen vierten Platz mit 7,2 Prozent vor dem ZDF (6,6) und der ARD (6,5). ZDF Neo und RTL Nitro erreichten hier 2,0 Prozent.

Wochenende gehörte dem Confed Cup

Für das ZDF begann der Juli gleich so, wie der Juni aufhörte: Mit Spitzenquoten dank des angeblich so unpopulären Confederations Cup. Joachim Löw und sein Team jubelten über den Sieg - 1:0 gegen Chile und Titelgewinn - das ZDF über durchschnittliche 14,69 Millionen Zuschauer (42,7 Prozent) in der Primetime. Das waren die besten Zahlen, die es je in Deutschland beim Confederations Cup gab. Die bisher beste Quote hatte 2005 die Begegnung Argentinien gegen Deutschland mit 13,09 Millionen Zuschauern (44,5 Prozent). Dagegen sahen ARD und "Polizeiruf 110: Kreise" mit 3,71 Millionen (10,6 Prozent) ebenso schlecht aus wie "Ich - Einfach Unverbesserlich" auf RTL mit 1,82 Millionen Zuschauer (5,2 Prozent). Auf ProSieben erreichte "Men in Black 3" 1,53 Millionen (4,4 Prozent), "Forrest Gump" bei Sat.1 1,19 Millionen (3,8 Prozent), die Vox-Show "Promi Shopping Queen" verfolgten 0,99 Millionen (3,3 Prozent).

Ende Juni zog am Donnerstag der Confed Cup noch einmal fix die ARD-Quoten in die Höhe: Das Halbfinalspiel, bei dem das deutsche Team mit 4:1 gegen Mexiko gewann, sahen am Donnerstagabend ab 20 Uhr im Schnitt 11,37 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 37,0 Prozent. (W&V/mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.