Das Charakteristische an Kai Diekmann ist immer wieder sein Haar – früher der gegelte Schopf auf dem Kopf, heute der Bart. Was macht die Karikatur Diekmann zusätzlich aus?

Die Brille?! ... Und natürlich die Tatsache, dass es sich bei ihm um eine extrem polarisierende Person handelt. Die einen lieben ihn, die anderen finden ihn zum Kotzen. Das Schöne als Karikaturist ist: Völlig egal, wie man selbst zu ihm steht – es existiert immer eine spannende Fallhöhe und enormes Zoff-Potenzial, das man mit dem Zeichenstift wunderbar begleiten und in kleine Geschichten umsetzen kann. Wer sich traut, seinen Kopf aus der Masse zu strecken, wird eben wahrgenommen. Und mitunter auch mal karikiert.

Welches Motiv ist dir aus eigener Sicht am besten gelungen?

Eindeutig eine Illustration zur Wulff-Affäre, auf der der ehemalige Bundespräsident mit Pinocchio-Nase einem über(ge)mächtigen Diekmann gegenübersteht. Erstens, weil ich’s damals endlich mal geschafft habe, etwas zu zeichnen, das auch aussieht wie ein Mensch. Und zweitens, weil das Ding im Internet rauf und runter lief: sehr schnell über 23.000 Mal geklickt. Diverse Veröffentlichungen. Und ’ne Menge Moneten hat ein vermögender Cartoon-Fan dann auch noch dafür auf den Tisch gelegt. Allerdings trenne ich mich nur sehr ungern von den Originalen.

Via Twitter hat Diekmann ja schon eifrig auf dein neues Werk reagiert. Mal ehrlich – hat ihm seine "Biografie" gefallen?

Wer hat denn gesagt, dass es sich um eine autorisierte Biografie handelt? Das Buch erscheint am 1. Februar, und bis dahin bin ich schon längst im nicht ausliefernden Ausland. Die Post der Axel-Springer-Rechtsabteilung wird mich also nicht erreichen. Und mit den üppigen 50 Euro Autorenhonorar lässt es sich an vielen Plätzen der Erde gut leben. Wie’s ihm gefallen hat, werde ich wahrscheinlich über Twitter erfahren – falls @DerBulo in Bulo Bulo einen guten Empfang hat.

Dieses Foto von dir nebst Buchcover wirft einfach eine Frage auf: Welcher ist länger?

Ich befürchte ...



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.