Neuer Regionalteil :
"Der Spiegel" startet NRW-Ausgabe

Mit acht Seiten mehr will "Der Spiegel" in NRW eigene Themen setzen. Der neue Regionalteil erscheint erstmals am kommenden Samstag.

Text: Petra Schwegler

12. Feb. 2016 - 1 Kommentar

"Der Spiegel" erscheint am kommenden Samstag erstmals mit einem neuen Regionalteil für NRW. Acht Seiten mehr werden gedruckt, auf denen die Leser im bevölkerungsreichsten Bundesland künftig jede Woche exklusive Berichte aus ihrer Region bekommen.

Optisch und inhaltlich präsentieren sich die NRW-Seiten nach Angaben der Hamburger vom Freitag als eigenes Ressort. Der Einstieg erfolgt über eine Seite mit kleineren Geschichten. Daran anschließend folgen drei Artikel, die sich je nach Lage mit Ereignissen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft oder Sport beschäftigen werden. Die Gestaltung orientiere sich in Typografie und Layout an der Optik des Nachrichtenmagazins, heißt es.

Redaktionell betreut werden die zusätzlichen Regionalseiten als Gemeinschaftsprojekt von der Düsseldorfer Redaktionsvertretung und den einzelnen Ressorts in der Hamburger Redaktion. Das neue journalistische Angebot wird zunächst als dreimonatiger Test im "Spiegel" erscheinen: In der Printausgabe wird der Regionalteil im Einzelverkauf und in der Abo-Auflage nur in Nordrhein-Westfalen verfügbar sein. In der digitalen Version können alle Nutzer die NRW-Seiten bereits am Freitag um 18 Uhr lesen.

Beworben wird das neue Angebot in NRW mit einer regionalen Kampagne. Gebucht sind Anzeigen in Tageszeitungen und auf diversen Online- und Mobil-Seiten, Funk-Spots und Außenwerbung in verschiedenen Städten sowie am Düsseldorfer Flughafen. Die Kampagne wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur FKK entwickelt.

Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sagt über die neue Strategie des Magazins, das um Leser und Anzeigen zu kämpfen hat:

"NRW-Themen widmen wir uns jetzt intensiver. Wir werden näher an die Ereignisse heranrücken und den zusätzlichen Raum im Heft nutzen, um ausführlich aus dem gesamten Bundesland zu berichten. Die journalistische Perspektive ist neu, der Anspruch an Stil und Qualität aber unverändert." 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



1 Kommentar

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Anonymous User 14. Februar 2016

Was für überregionale Tages- bzw. Sonntagszeitungen (z. B. "Die Welt", "Welt am Sonntag", "taz", ...) sinnvoll sein mag, erschließt sich mir in der Sinnhaftigkeit bei Wochenpublikationen nicht wirklich. Sowohl der (schon länger laufende) Hamburg-Teil der "Zeit" wie auch das aktuelle "Spiegel"-Experiment mit einem NRW-Teil wirken für mich - höflich ausgedrückt - etwas ratlos, aber nicht gerade innovativ. Oder geht es doch primär um einen größeren Marktanteil bei den Anzeigenkunden und gar nicht so sehr um die viel beschworene journalistische Qualität?
Es bleibt abzuwarten, was nach der dreimonatigen "NRW-'Spiegel'-Testphase" als Schlussfolgerung heraus kommt. Vor einigen Jahren wurde jedenfalls der Versuch des "Tagesspiegel", in Hamburg mit einer Stadtbeilage Fuß zu fassen, ziemlich sang- und klanglos wieder eingestampft.
Selbst im Tageszeitunsmarkt funktioniert das Modell "Fuß in der Tür" also nicht zwingend. Bei im Wochenrhythmus (oder sogar noch längeren Zeitabständen) erscheinenden Publikationen sehe ich kaum realistische Marktchancen für Regionalteile.

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