Der Aussage, Medien würden auf Druck der Regierung in den jeweiligen Ländern Tatsachen über das Corona-Virus verschweigen, stimmen in Deutschland 38 Prozent der Befragten zu. In den USA, Mexiko und Südafrika unterstützen diese Aussage mehr als die Hälfte aller Befragten.

Hauptinformationsquelle ist weiterhin das Fernsehen (77 Prozent), gefolgt von Social Media (68 Prozent), den Online-Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften (55 Prozent) und sonstigen Quellen im Internet (46 Prozent). In deutlich geringerem Ausmaß werden Radio (34 Prozent) oder Printmedien (25 Prozent) genutzt. Vor allem die Jüngeren informieren sich vorrangig im Netz.

Schwindendes Vertrauen in Politiker und Ärzte

Eine Folge bewusster Einflussnahme auf die Nachrichten in Zeiten von Covid-19: Die Glaubwürdigkeit von Politikern und Ärzten sinkt. Das scheint ein länderübergreifender Trend zu sein. Dreiviertel aller Befragten sagen, dass bewusste Falschmeldungen zu Corona die Kompetenz dieser Berufsgruppen untergraben. In Südafrika stimmen der Aussage 84 Prozent der Menschen zu, in Deutschland rund 70 Prozent.

"Noch ist das Gefühl, gut informiert zu sein, nicht fundamental erschüttert. Die Umfrage dokumentiert aber eine substantielle Vertrauenskrise der Medien. Die Demokratie kann sich eine Glaubwürdigkeitskrise der Medien nicht leisten", sagt Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die gesellschaftliche Verantwortung der Social-Media-Plattformen, so viel ist klar, geht weit über das Thema Hass hinaus.



Markus Weber, Redakteur W&V
Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.