DFL stattet die Bundesliga mit Produktionsfirma für Medieninhalte aus

DFL, Dachorganisation der 36 deutschen Profi-Fußballclubs, ruft eine eigene Produktionsfirma für Medieninhalte ins Leben. An der Spitze sitzt ein bisheriger DFL-Manager...

Text: Petra Schwegler

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will mit einer neuen Tochterfirma bei der Produktion von Medieninhalten mitmischen. Die Gründung dieser Firma – ein Name steht noch aus - hat der Aufsichtsrat der Dachorganisation der 36 Proficlubs nach DFL-Angaben vom Dienstag in Frankfurt am Main beschlossen. Die DFL begründet den Schritt mit den "zunehmenden technischen und gestalterischen Anforderungen mit Blick auf die Erstellung von Medieninhalten“. Dies gelte insbesondere für internationale Partner, aber auch für ligaeigene Plattformen wie bundesliga.de und der zur neuen Saison startenden Website bundesliga.com sowie der Betrieb des Deutschen Fußball-Archivs.

Die neue 100-prozentige DFL-Tochter hat ihren Sitz in Köln, die Geschäftsführung übernimmt Tom Bender, der bisher in der DFL-Spitze sitzt. Er wechselt zum 1. September und beendet damit seine Tätigkeit in der DFL-Geschäftsführung sowie im Ligavorstand. Die Struktur der Liga-Holding in Frankfurt sieht danach nur noch zwei statt wie bisher drei Geschäftsbereiche vor.

Mit dem Produktionshaus baut die DFL ihr Medienengagement weiter aus. Es gibt bereits den eigenen Dienstleister für TV-Bilder aus der Bundesliga, die Sportcast. Des Weiteren hat die Liga-Holding in Köln das Deutsche Fußball-Archiv unter dem Namen DFA GmbH angesiedelt; auch dort sitzt Bender in der Geschäftsführung. Es gilt, rund 40.000 Stunden an historischem Film- und Videomaterial zu verwalten. Seit Juli 2011 läuft dort das operative Geschäft. Denkbar ist durchaus, dass dieses Material Einzug in einen eigenen Spartensender hält; eine entsprechende Sendelizenz für einen historischen Fußballkanal hält der Bundesliga-Dachverband seit geraumer Zeit in Händen. Mit der zusätzlichen Produktionsfirma erhalten diese Spekulationen sicher neue Nahrung. Klar ist aber auch: Einen Bundesligasender, wie ihn Constantin Medien mit Liga Total an die Deutsche Telekom liefert, könnte unter Benders Ägide künftig auch aus Köln kommen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.