Interview :
"Die schwatzhafte Frau Himmelreich": Ralf Höcker über den Fall Brüderle

Legal, legitim, intim: Was geht in der Berichterstattung über peinliche Prominente und was geht nicht? W&V Online hat dazu Staranwalt Ralf Höcker befragt. Der Jurist, der u.a. für Jörg Kachelmann und Heidi Klum arbeitet, hat zum Fall Brüderle/Himmelreich seine ganz spezielle Meinung.

Text: Katharina Hannen

- 25 Kommentare

Wenn Prominente ungewollt auf die Titelseiten geraten, schlägt meist die Stunde von Ralf Höcker: Der Kölner Medien- und Markenrechtler ist "Staranwalt" im eigentlichen Sinne; auf seiner Mandantenliste stehen u.a. Jörg Kachelmann, Felix Magath und Heidi Klum. Höcker kennt den Medienzirkus nicht nur aus anwaltlicher Sicht: Als Bestseller-Autor ("Lexikon der Rechtsirrtümer") und RTL-Moderator ("Einspruch - Die Show der Rechtsirrtümer") hat der promovierte Jurist massentaugliche Entertainment-Qualitäten bewiesen. W&V Online hat Ralf Höcker zum Fall Brüderle befragt: Was ist in der Berichterstattung über Brüderles Bargespräche legal und was ist legitim?

Herr Höcker, Rainer Brüderle habe sich "zu viele Freiheiten" herausgenommen, heißt es im "Stern". Wie schätzen Sie die geschilderten Vorfälle ein?  Ist er zu weit gegangen?

Ralf Höcker: Das weiß kein Mensch. Frau Himmelreich hat die Situation subjektiv in einer bestimmten Weise wahrgenommen, sie selektiv abgespeichert und nach mehr als einem Jahr noch einmal selektiv wiedergegeben. Da bleibt viel Raum für Verzerrungen und Fehler. Die gleiche Situation mag sich aus anderer Perspektive ganz anders dargestellt haben. Auf dem Mediendebattenportal "Vocer" habe ich dies in einer Glosse mit den Originaldialogen, an die sich Frau Himmelreich im "Stern" zu erinnern glaubt, einmal demonstriert. Abgesehen davon spielt es aber überhaupt keine Rolle, ob Herr Brüderle zu weit gegangen ist. Wenn ja, muss er sich bei der Dame entschuldigen. Aber das ist dann eine Privatangelegenheit. Nicht jede private Unhöflichkeit wird gleich zu einem Politikum mit öffentlichem Informationswert, nur weil der unhöflich Handelnde ein Jahr später plötzlich ein bisschen wichtiger wird. Es hat schlicht niemanden zu interessieren, ob und wie Herr Brüderle möglicherweise mit Frauen zu flirten versucht. Und so hart es klingt: Es besteht auch kein berechtigtes Informationsinteresse daran, ob eine Politikjournalistin sich angebaggert, nicht ernst genommen oder in sonstiger Weise unangenehm berührt fühlt. Die Dame überschätzt auch ihre eigene Bedeutung.

Zotiges Verhalten, anzügliche Bemerkungen, sexuelle Übergriffe – bis zu welchem Punkt sind Berichte darüber überhaupt statthaft?

Zotiges Verhalten und anzügliche Bemerkungen sind Privatsache, darüber darf grundsätzlich nicht berichtet werden. Über sexuelle Übergriffe durch Politiker oder andere wichtige Menschen darf man dagegen berichten, wenn einigermaßen gesichert ist, dass an dem Verdacht etwas dran ist und wenn der Betroffene nicht vorverurteilt wird. Herr Brüderle ist allerdings eindeutig nicht sexuell übergriffig geworden, sondern hat Frau Himmelreich im äußersten Fall angebaggert, was in Deutschland im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt keine Straftat darstellt. Hinzu kommt, dass alles, was Journalisten in vertraulichen Hintergrundgesprächen erfahren, vertraulich bleiben muss. Das schreibt das Presserecht vor, das war bisher aber auch presseethisch unbestritten. Der "Stern" hat einen Tabubruch begangen, der es der schwatzhaften Frau Himmelreich, möglicherweise aber auch anderen Journalisten künftig schwerer machen wird, in offensichtlich vertraulichen Situationen an Informationen zu kommen. Denn Verschwiegenheit ist die höchste Tugend des Journalisten gegenüber seiner Quelle. "Spiegel Online" berichtet heute über die Situation in den USA: Dort lassen die Politiker aus Angst vor Indiskretionen überhaupt keine Journalisten mehr privat an sich heran. Die Medien müssen selbst wissen, ob sie solche Verhältnisse auch in Deutschland haben wollen.

Wie sollten sich Politiker, die mit derlei Vorwürfen konfrontiert werden, dazu verhalten?

Sie müssen sorgfältig abwägen, ob es im Einzelfall besser ist, juristisch gegen einen solchen Presserechtsverstoß vorzugehen, ihm kommunikativ zu begegnen oder ihn schlicht zu ignorieren. Welche Reaktion die richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das ist Erfahrungssache. Wichtig ist, dass man keine Option von Vornherein ausschließt.

Ein Jahr liegt zwischen dem Vorfall und der Berichterstattung, manch einer vermutet dahinter eine kalkulierte Kampagne. Machen sich Medien strafbar, wenn sie Informationen zurückhalten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt, der eventuell größere Aufmerksamkeit verspricht, einzusetzen?

Dass jede Redaktion ihren Giftschrank hat, den sie erst dann öffnet, wenn das Gift seine größte Wirkung zu entfalten verspricht, ist ja bekannt. Medien machen sich durch solche Praktiken nicht strafbar aber möglicherweise unglaubwürdig – so zum Beispiel im Fall Brüderle/Himmelreich.

Nach dem Stern-Bericht wurden schnell Spekulationen über ähnliches Betragen weiterer Politiker laut. Inwieweit dürfen solche Mutmaßungen geäußert werden?

Sie dürfen nicht geäußert werden, wenn sie falsch sind, wenn sie sich auf Geschehnisse im Rahmen eines vertraulichen Gesprächs beziehen oder wenn sie die Schwelle alltäglicher Banalität nicht übersteigen. Auch Politiker haben ein Recht auf Privatsphäre und dazu gehört auch, dass private Fehltritte nicht in die Öffentlichkeit gehören.


25 Kommentare

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Anonymous User 24. Februar 2013

Endlich gib jemand klare, allgemeingütige Anweisungen für die bedrängte oder genervte Frau unserer Zeit. Ich bin auch ehrlich gesagt ganz verunsichert darüber, was ich jetzt wie anmerken darf, wenn mir jemand zu sehr auf die Pelle rückt.
Vielleicht können die Herrschaften sich ja zusammentun und einen Verhaltenskodex, also eine Art Knigge aufsetzen, der zeigt, wie frau sich im Falle von sexistischer Belagerung aller Art zu benehmen hat. Was sind die korrekten Ausdrucksweisen, Plattformen, Zeitrahmen, wie habe ich mich zu Kleiden, in welcher Lautstärke, muss ich es im geheimen tun, oder darf der Nachbar davon erfahren? Vor allem die Frage: ab welchem Grad der sexuellen Annäherung darf ich mich denn nun belästigt fühlen? Hier bedarf es dringend einer Debatte und einer allgemeingesellschaftlichen Übereinkunft.
Für Männer und vor Allem für Kinder kann man übrigens auch einen solchen Knigge verfassen. Letztere weigern sich ja heutzutage immer häufiger, sich bei alten Tanten auf den Schoß zu setzen, oder sich gar das nasse Küsschen zur Begrüßung gefallen zu lassen.
Dieser Entwicklung sollte man dringend pädagogisch entgegenwirken!

Anonymous User 31. Januar 2013

@Texter: oh, da haben wir noch so einen frauenversteher, der selbstverständlich eindimensional beschränkt nur die eine seite der medaille erkennen kann. deutschland ist wirklich arm dran mit solch moralinverseuchten menschen, die krampfhaft versuchen menschen in schutz zu nehmen, die es einfach nicht besser verdienen als schwach angedet zu werden.
ist aber interessant wie aus einer infogeilen journalistin gleich eine schl**pe wird, und das abscheuliche verbrechen an einer inderin von so einem zu"texter" förmlich und schon fast volksverhetzend mißbraucht wird um seine dumpfen vergleichsparolen loszuwerden. man kann es nicht oft genug wiederholen - armes deutschland, bewahrt uns vor solchen kreuzrittern und beschützern von moral und anstand!

Anonymous User 30. Januar 2013

Geht es dem Stern finanziell so schlecht, dass so ein durchschaubarer Mist für eine kurzfristige Quote abgedruckt werden muss ? Ich befürchte ja und auch, dass jeder Artikel dieser Art ein weiterer Sargnagel für eine krisengeschüttelte Zeitung ist!
Das Thema Sexismus ist ernzunehmen. Bedenklich ist aber die Ursache, die gerade aktuell die Diskussion anheizt.
Mir kann keine Frau erzählen, dass sie erst unaufgefordert und jegliche Notwendigkeit eine provokante, unpolitische Frage stellt und sich dann wundert, wenn der Angesprochene, möglicherweise plump und unangemessen verbal reagiert. Sie hätte entweder die ganze Situation von vorne herein vermeiden oder spätestens in dem moment einfach gehen können. Diese hinterhältige Nachtreten hat nichts mit erlittenem Sexismus sondern eher etwas mit unpassender und dümmlicher Selbstdarstellung der Journalistin zu tun. Schlimm ist dabei, dass es Medien gibt, die sich wegen der Auflage auf ein solches Klatschblätterniveau herablassen und glauben, der Leser wär so dumm und würde es nicht merken!

Anonymous User 30. Januar 2013

Komisch komisch, dass Negativ-Bewertungen des Artikels (Daumen runter) nicht aufscheinen. Die zwei scheint ziemlich einzementiert... Ich wäre dann die dritte gewesen. Aber das mag es nicht anzeigen. ^^ Seltsam seltsam, wos doch schon einige negative Kommentare auch gab. Gings bei euch?

Anonymous User 30. Januar 2013

@patrick: Schon das beleidigende "infogeile Journalistin" ist dermaßen blöde, dass man ihren Kommentar eigentlich ignorieren sollte. Zusammenfassen lässt sich Ihr "schwadronieren" auch als 'die Schla**e ist ja selbst schuld' was geht sie auch an eine Hotelbar*. Diese Un-Geisteshaltung ist von derjenigen indischer 'Selbst schuld'-Männer nicht weit entfernt, insofern haben Sie mit Ihrem pathetischen Ausruf "Armes Deutschland" sogar Recht - ein armes Land, das mit Männern wie Ihnen geschlagen ist, die moralisch in den 50er-Jahren stecken geblieben sind. Bestenfalls.

Anonymous User 30. Januar 2013

Ah, jetzt gibts also auch ein Bild zu dem Mann, der schon Kachelmanns "Freispruch aus Mangel an Beweisen" (bei dem das Gericht hat noch explizit betont hat, dass das NICHT bedeutet, man gehe von seiner Unschuld aus) in den Medien zu einem "Freispruch aus Unschuld" werden ließ.
Da passt die neue Kampagne doch wie die Faust aufs Auge.
Schade, dass ein so halbewegs junger Mann sich für sowas einsetzt und hergibt. Aber wenn das Konto und die Karriere stimmt?

Anonymous User 30. Januar 2013

Infogeile Journalistin lungert spät abends in einer Hotelbar rum, geht auf bereits weinseligen Politiker zu und wundert sich, dass dieser nicht über zentral-global-galaktische, hoch intellektuell philosophische Interpretationen der politischen Weltlage schwadronieren will, sondern das tut was man(n) seit Jahrtausenden tut - einer scheinbar ansehnlichen Frau auf die Titten schauen und seine Begeisterung mehr oder weniger geschickt zu artikulieren. Und die "spontane" Reaktion dieses "Opfers"? Jetzt bin ich aber entsetzt, Herr Brüderle, und werde dieses Entsetzen ein Jahr später zum Ausdruck bringen... wenns dann 'mal besser passt... Armes Deutschland!

Anonymous User 30. Januar 2013

@meiner Meinung nach:
Über Brüderle und Himmelreich geht die Debatte doch weit hinaus, und das ist gut so. Der Auslöser war vielleicht ein kleiner, das sollen die beiden entscheiden. Was offenbar wurde ist, dass Sexismus/respektloses Verhalten/Machtgebaren anscheinend noch nicht so überwunden ist in unserer aller Köpfe, wie wir wohl dachten. Darüber weiterhin zu sprechen und nachzudenken halte ich für wichtig. Nicht immer wird die Diskussion sachlich geführt, das ist unschön, macht aber die Debatte an sich nicht per se überflüssig.

Anonymous User 30. Januar 2013

Leider gibt es nur wenige wirklich gute Statements zu dem, was diese Frau Himmelreich da von sich bläst.
Das von Herrn Höcker ist eines davon.
Ich bin gottfroh darum.
Was der Stern, was Frau Himmelreich und was die überwiegende Mehrheit der Medien - und dabei wenig überraschend: sehr viele Frauen - veranstalten ist unverschämt und diffamierend.
Es scheint sogar so, dass Herr Brüderle hier in Wahrheit das einzige tatsächliche Opfer ist, das/der jedoch von der johlenden und tobenden Menge, dem Mob, mit viel Aufgeregtheit zum Täter geschrieen wird. So stelle ich mir Lynchjustiz vor.
Warum nehmen diese Blindwütigen so gar nicht wahr, dass die Frau Himmelreich Herrn Brüderle schon mit ihrem ersten Satz böse beleidigt?
Die Tatsache, dass sie oder ihr Chefredakteur Osterkorn diese Worte erneut und wohlbedacht nennen ist ja tatsächlich der Beweis dafür, dass Herr Brüderle hier diskreditiert werden soll - auf reichlich niveaulose Art.
Und nachdem ich inzwischen erfahren habe, dass er verheiratet ist, ist mein Groll gegen diese Person und ihren Chefredakteur erst recht erwacht.
Mit der Veröffentlichung ihrer wirklich äußerst privat zu haltenden "Eindrücke" greifen sie auch direkt den häuslichen und ehelichen Frieden des Ehepaares Brüderle an.
Das aber ist vollkommen inakzeptabel.
Der Stern und diese Frau Himmelreich nennen nichts als einmalige, private, subjektive Eindrücke und behaupten dann dreist und ohne jeden Beleg, das hätte sich so ähnlich ständig wiederholt.
Das nenne ich übelste Diffamierung.
Nicht Brüderle, sondern Osterkorn und Himmelreich sollten zurücktreten.

Denn auch und gerade von einer Journalistin und einem Chefredakteur erwarte ich ein Mindestmaß an Anstand.

Anonymous User 29. Januar 2013

Und... seit wann sollen Journalisten verschwiegen sein? Sollen sie den, über den sie schreiben auch noch fragen, wie er gerne dargestellt werden würde und was sie besser weglassen sollen? Was bringt es einem Politiker, einem Journalisten etwas zu erzählen, dass dieser nicht schreiben/veröffentlichen darf? Absolut JEDER überlegt sich doch, was er einem Journalisten sagt und was nicht, oder?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Angela Merkel einem Journalisten sagen würde "Wissen Sie, ich hasse Ausländer. Aber bitte: schreiben Sie das nicht. Das bleibt unter uns. Und jetzt noch einen Klaps auf ihren Knackarsch."

Als Wählerin finde ich Brüderles Verhalten übrigens ganz und gar nicht privat. Aber mai, in den Siebzigerjahren gab es auch noch manche, die häusliche Gewalt gerne als Privatssache, nicht als Straftat behandelt hätten. Gott sei Dank ändern sich die Zeiten ja.

Anonymous User 29. Januar 2013

Ach, wäre das doch schön, wenn man Frauen, die ihren Job erledigen, jederzeit, auf jede (noch so primitive und beschämende) Art anquatschen und beschämen dürfte, und sich einfach drauf verlassen könnte, dass das "Privatsphäre" ist, auch wenn keiner von beiden privat auf dieser Veranstaltung befindet.

Frage: Wie wäre es denn, wenn eine/e PolitikerIn (natürlich angetrunken!) einem oder einer schwarzen JournalistIn sagt "Ihnen würde eine Dienstmagd-Schürze / ein Butler-Kostüm aber auch ganz fabelhaft stehen!"?
Dürfte der Journalist oder die Journalistin drüber berichten? Ich nehme an nicht, denn das wäre privat, belauscht und außerdem alkoholisiert entstanden?

Sie kennen sich doch mit sowas aus, würde mich sehr interessieren.

Anonymous User 29. Januar 2013

Herr Kemper, wie kommen Sie darauf, daß der Besuch der Hotelbar im Rahmen der Veranstaltung stattfand? Mit ihrem eigenen Maßstab (wer zahlte die Getränke?) galt nämlich genau das nicht: mit Ende des offiziellen Programmes enden sowohl die Spesenauslagen der Redaktionen als auch die Tagungsgelder für Amtsträger der Parteien.

Anonymous User 29. Januar 2013

Höchst interessant sind die Versuche dieses Menschen, die Begriffe privat/ öffentlich und banal/relevant zu verdrehen. Mit "Schwatzhaft" diffamiert er journalistische Arbeit. Aber er verdient ja auch sein Geld damit, Männer gegen solche Vorwürfe zu verteidigen. Ein Lobbyist der patriarchalen Verhältnisse. Warum wird der überhaupt als objektiver Interviewpartner betrachtet?

Anonymous User 28. Januar 2013

Die meisten Zeilen der sich zu diesem Thema verewigenden Herrenwitz-Figuren schreien mir entgegen: HEUL DOCH! Wenn man genau hinschaut, ereifern sich zu all den Artikeln weit mehr Männer als Frauen (ist hier etwa jemand angepiekst...?), wenn man noch genauer hinschaut, sind die Jungs ja regelrecht emotional. Hui. Liebe Herren, das ist doch eigentlich unser Terrain, wenn wir schon mal beim Klischee bleiben wollen. Was übrigens wirklich zu unserem Terrain gehört, sind unsere Titten, unser Arsch, unser Mund. Diesen wiederum halten wir leider öfter als Mann (inklusive Herrn Höcker) denkt, aber wie lauteten schon diverse Buchtitel? "Ihr könnt uns einfach nicht verstehen." Umgekehrt gilt das übrigens auch - weil viele von uns Mädels indes darum wissen, verzeihen wir euch auch euer unreflektiertes Gefasel. Und fragen uns weiter heimlich, still und leise, ob ihr es wirklich dauerhaft geil finden würdet, wenn euch ständig auf den Schritt gestarrt werden würdet. Socken gefällig?

Anonymous User 28. Januar 2013

Die meisten Zeilen der sich zu diesem Thema verewigenden Herrenwitz-Figuren schreien mir entgegen: HEUL DOCH! Wenn man genau hinschaut, ereifern sich zu all den Artikeln weit mehr Männer als Frauen (ist hier etwa jemand angepiekst...?), wenn man noch genauer hinschaut, sind die Jungs ja regelrecht emotional. Hui. Liebe Herren, das ist doch eigentlich unser Terrain, wenn wir schon mal beim Klischee bleiben wollen. Was übrigens wirklich zu unserem Terrain gehört, sind unsere Titten, unser Arsch, unser Mund. Diesen wiederum halten wir leider öfter als Mann (inklusive Herrn Höcker) denkt, aber wie lauteten schon diverse Buchtitel? "Ihr könnt uns einfach nicht verstehen." Umgekehrt gilt das übrigens auch - weil viele von uns Mädels indes darum wissen, verzeihen wir euch auch euer unreflektiertes Gefasel. Und fragen uns weiter heimlich, still und leise, ob ihr es wirklich dauerhaft geil finden würdet, wenn euch ständig auf den Schritt gestarrt werden würdet. Socken gefällig?

Anonymous User 28. Januar 2013

Herr Höcker hat da einen eigentümlichen Privatheitsbegriff. Wenn ein Politiker mit einer Journalistin spricht, und das womöglich auch noch im Rahmen einer Veranstaltung, zu der die Partei des Politikers eingeladen hat (Indiz: Wer zahlt die Drinks?), wenn weiterhin die Pressesprecherin des Politikers anwesend ist, die lenkend ins Gespräch eingreift, dann ist das keineswegs privat, sondern beruflich. Anders wäre es gewesen, wenn der Politiker nicht weiß, dass er mit einer Journalistin spricht und/oder wenn es sich nicht um eine Parteiveranstaltung handelt. Vertraulich und nicht zitierfähig sind Gespräche zwischen Politikern und Journalisten erst, wenn dies zuvor vereinbart wurde. Und selbst dann kann der Journalist gegen diese Abrede verstoßen, wenn er es für geboten hält. Beispiel: Brüderles Aussage, wonach der Atom-Ausstieg ein reines Wahlkampfmanöver gewesen sei. "Strafe" für die Verletzung einer solchen Verschwiegenheitsvereinbarung ist in der Regel der Ausschluss von weiteren vertraulichen Gesprächen, wobei die Meinungen darüber vor allem unter weiblichen Journalisten auseinander gehen dürfte, ob es im Falle Brüderle wirklich eine Strafe wäre.

Anonymous User 28. Januar 2013

die FDP hält auch gut zusammen mit all´deren plagiatsträgern, teppichhändler, fahrerflüchtling, einer Frau und der ganzen partei. über alle wurde berichtet, nun halt über Brüderle. am meisten aber freut sich wohl der Rösler, er hat am meisten davon.

Anonymous User 28. Januar 2013

Eigentlich hätte ich bei diesem Beitrag eine saubere juristische Abwägung des Falles erwartet. Stattdessen nutzt Herr Höcker die Gelegenheit, Werbung zu machen und sich als Medienanwalt für zukünftige Kachelmanns und Brüderles zu empfehlen. Interessanter hätte ich das Interview mit einer weiteren Person gefunden: Was sagt eigentlich FRAU Brüderle zu dieser ganzen Sache?

Anonymous User 28. Januar 2013

Frau Himmelreich sagte auf Nachfrage (Oliver Luksic via Twitter), warum das erst ein Jahr später zur Aussprache kommt: "Weil eine Geschichte über das 'neue Gesicht' der FDP nun eine eine andere Relevanz hat!"
In dem einen Jahr war es also nicht relevant... wow! Lächerlicher Hype!

Wenn mir dieses Jahr wieder zum 134.mal eine Frau sagt, dass ich nen "gscheiden Arsch" in der Lederhosn habe, dann kenne ich ja jetzt die HashTags...

Anonymous User 28. Januar 2013

Verstehe: Wenn Frauen sexistische Attacken öffentlich machen, sind sie "schwatzhaft". Mit Verlaub, Sie füllen kein Dirndl aus, Herr Höcker.

Anonymous User 28. Januar 2013

Ein unfasslich bescheuerter Beitrag. Aber noch schlimmer sind die "stellt euch nicht so an, Mädels"-Kommentare hier. Die gesamte Situation wie beschrieben ist eindeutig: Sexuelle Belästigung in übelster Art. Die Diskussion beweist, dass Schwarzer & Co im Kern recht haben.

Anonymous User 28. Januar 2013

Sternenstaub

Herr Politicki
sah einst Frau Quicky
und fand Gelüste
ob ihrer Brüste.

Anonymous User 28. Januar 2013

Natürlich ist das Privatsache. Das und nichts anderes. Der Gehalt seiner Dirndl Bemerkung, wir kennen in der Tat nur eine Version der Geschichte, tendiert für die Öffentlichkeit gegen null. Die Geschicke des Landes werden dadurch mitnichten tangiert. Das Ganze ist ungefähr so wichtig wie der berühmte Sack Reis in China. Wenn Frau Himmelreich sich darüber ärgert, soll sie das privat klären.

Anonymous User 28. Januar 2013

Ich lache mich halbtot vor solchem Schwachsinn. Aber sehr traurig ist es schon. Gott sei Dank wird es ja in Deutschland diese abstruse Emanzen-Idee der "Quotenfrauen" niemals geben. Denn gute Frauen schaffen es immer bis ganz oben.

Wenn Frau Himmelreich ihr persönliches "Himmelreich" mit seriöser Ausübung ihres Berufes nicht zu erreichen glaubt, mag sie natürlich, womöglich unter zu Hilfenahme des einen oder anderen Gläschens, die Chance wittern, nach einem Jahr plötzlich "berühmt" zu werden. Ob sie sich dabei etwas auf die womöglich vorhandene Oberweite verkleckert hat, ist aber so was von uninteressant! Dass sie durch diese tolle journalistische "Enthüllung" eher "berüchtigt" wird und sich noch viel weiter vom Himmelreich entfernt, mag sie aufgrund ihrer fehlenden Lebenserfahrung nicht bedacht haben.
Der Stern jedenfalls bewegt sich mit solchen Berichten kräftig und rapide vom noch lesenswerten Magazin auf die Sessel der Friseursalons. Schade.

Anonymous User 28. Januar 2013

Privatsache? Hat Brüderle nichts falsch gemacht, ist es ja auch nicht schlimm, wenn der "Stern" darüber schreibt. War dagegen sein Verhalten Himmelreich gegenüber nicht korrekt, sollte man das doch sagen dürfen, immerhin trägt Brüderle eine Mitverantwortung für die Geschicke des Landes.

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