Zuwachs fürs Digitalradio :
Diese 4 Firmen greifen nach dem zweiten DAB+ Multiplex

Für den Plattformbetrieb eines zweiten DAB+"Bundesmux" haben sich bei der SLM unter anderem Media Broadcast und Absolut beworben. Aber nicht Bauer. 

Text: Petra Schwegler

- keine Kommentare

Die zweite nationale Abdeckung mit digitalen Radiowellen ist angeschoben.
Die zweite nationale Abdeckung mit digitalen Radiowellen ist angeschoben.

Der Bieterwettkampf um den zweiten bundesweiten DAB+ Multiplex geht in eine entscheidende Runde: Bei der sächsischen Medienanstalt SLM sind bis Freitagmittag vier Anträge auf Zuweisung von Übertragungskapazitäten für Digitalradio und der medienrechtlichen Zulassung als Plattformbetreiber eingegangen. Noch in der ersten Jahreshälfte wollen die Medienwächter entscheiden, wer den zweiten deutschlandweiten DAB+ Multiplex mit Leben füllen wird.

So will nun tatsächlich das Konsortium um die Leipziger Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH im bundesweiten Digitalradio mitmischen. Geschäftsführer sind René Laier und Florian Schuck, ehemals Chef von Radio Saarbrücken, die für den Immobilienunternehmer Steffen Göpel in den Ring steigen. Dieser plant gemeinsam mit Partnern eine bundesweite Radioflotte und hatte diese Pläne im Vorjahr bereits verkündet.

Bewährte Partner im Bereich DAB+ bewerben sich

Auch Absolut Digital ist mit von der Partie. Das Team um Geschäftsführer Willi Schreiner, der für die Radiofirmen der Oschmann-Gruppe wirkt, will beim zweiten DAB+ Multiplex nicht fehlen. Seit dem Start des ersten Senderbündels im Sommer 2011 ist die Marke Absolut bundesweit im Digitalradio vertreten.

Wenig überraschend ist auf der Liste der SLM Media Broadcast zu finden, der Netzbetreiber, der erst vor wenigen Tagen verkündet hatte, die über 1000 UKW-Sendenanlagen abstoßen und voll aufs Pferd Digitalradio setzen zu wollen. Die GmbH unter der Leitung von Wolfgang Breuer hat zuletzt Ende 2016 den ersten "Bundesmux" mit weiteren Standorten für DAB+ deutlich ausgebaut.

Als vierten Bewerber weist die SLM die Münchner Radi/o Digital GmbH aus, eine Investorengruppe mit einigen ehemaligen Mitstreitern der gescheiterten Nachrichtenagentur dapd. Als Geschäftsführer tritt hier Caspar Schilgen auf.

Bauer fehlt (noch) auf der Liste

Nun doch nicht vertreten ist Bauer. Der Hamburger Verlag, der mit digitalem Radio vor allem in Großbritannien große Erfolge erzielt hat, hatte in der Vergangenheit immer wieder großes Interesse an DAB+ signalisiert - sollten die Rahmenbedingungen in Deutschland stimmen.

Noch heißt es nicht, dass Bauer gar nicht mitmischen wird: Ein zweiter Bundesmux darf mit vielen Radiomarken bespielt werden, die Übertragungskapazitäten werden dem Ausgewählten unter den 4 Bewerbern zugewiesen. Dieser darf sie dann in einem zweiten Schritt an Anbieter verteilen. Hier könnte Bauer zum Zuge kommen. Bis zu 16 weitere bundesweite DAB+ Hörfunkprogramme sind denkbar. 

Fürs Erste wird sich der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten am 7. März mit den Bewerbungen für den Plattformbetrieb befassen und "eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen", wie es heißt. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit