Diese neuen TV-Serien warten auf die Zuschauer

Altbekannte Stoffe, Weißkittel oder auch düstere Zukunftsstoffe prägen die Serien, die die US-Networks bei den Upfronts vorgestellt haben. Ein kleiner Überblick.

Die US-TV-Networks haben jetzt entschieden, welchen neuen Ideen für Serien sie in der kommenden Fernsehsaison eine Chance geben wollen. Präsentiert worden sind die ausgewählten Formate bei den so genannten Upfronts in New York. Erkennbar ist nach dem Märchen-Aufguss im vergangenen Jahr: Das gute Alte aus Film und TV wird recycelt.

So etwa mit der Serie "Elementary" rund um einen verjüngten Sherlock, der recherchierend durch New York mäandert. Das kommt bekannt vor? Klar - gerade eben hat die BBC-Serie "Sherlock" die Story rund um Sherlock Holmes und Dr. Watson aufgefrischt und in das 21. Jahrhundert transferiert. Hierzulande bedienen sich die Öffentlich-Rechtlichen am gelungenen britischen Stück. Mal sehen, ob "Elementary" mithalten kann. Der Kabel-Abosender The CW probiert sich indes an "The Beauty and the Beast". Schon von 1987 bis 1990 gab es die Serie gleichen Namens rund um das tragische Märchen, damals im Programm von CBS. Jetzt zielt der kleinere Sender voll - in bester Tradition des Vampir-Kults - auf Teenies ab. Kristin Kreuk und Jay Ryan sind die Jungdarsteller der neu aufgelegten US-Reihe.

Was bleibt im Serienreich, sind die Weißkittel (da wird RTL auf der Suche nach einem neuen "Dr. House" eventuell aufatmen können...). Für diesen Herbst kündigen sich Reihen wie "The Mindy Project" an. Fox schickt das sterile Umfeld in eine Sitcom, in der die junge Frauenärztin Mindy ihr privates und berufliches Leben in den Griff bekommen soll. Auch im Rennen: "Emily Owens, M.D" mit einer Ärztin im Mittelpunkt, die als Außenseiterin nach dem Studium versucht, in einem Krankenhaus Fuß zu fassen. Hier entsteht der Eindruck, dass eine Kollegin von "Grey' Anatomy" künftig in Isolation behandelt.

Für Schlagzeilen in den USA sorgt indes die von J.J. Abrams produzierte Sci-Fi-Serie "Revolution". Und sie steht für einen weiteren Trend: die Zukunft, die nicht allzu weit entfernt ist. In der NBC-Produktion dreht sich alles um die Zeit nach dem Energiekollaps, wenn weder Autos, noch Internet oder Telefone funktionieren. Mittendrin: Eine Gruppe Verzweifelter, die ihre Familien sucht. Noch bedrohlicher kommt "The Last Resort" daher: In der Serie erklärt sich die Besatzung eines Atom-U-Boots auf einer abgelegenen Insel zur Nuklearmacht - Revolte mal anders.

Vielleicht sind die deutschen Programmmacher ja bei den Upfronts fündig geworden. Denn bei den  LA Screenings - traditionell in der Woche danach - fehlt es vor allem an einem: an Episodenserien, in denen jede Folge in sich geschlossen ist. Dort kritisieren die deutschen Einkäufer die Denkweise der Amerikaner. "Die gucken nur auf den eigenen Markt und produzieren kaum mit Blick darauf, was auch international funktionieren könnte.“


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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