Terror-Kommentar :
Ein A....loch zu viel: Peters schafft Matussek aus der "Welt"

Es gab wohl am Dienstag wüste Beschimpfungen in der "Welt"-Redaktionskonferenz. Jetzt bestätigt Springer: "Wir trennen uns mit sofortiger Wirkung von Matthias Matussek."

Text: Petra Schwegler

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Matthias Matussek war "Welt"-Kolumnist: Der frühere Kulturchef des "Spiegel" und sein neuer bisheriger Arbeitgeber Axel Springer gehen seit Dienstagmittag getrennte Wege. "Wir trennen uns mit sofortiger Wirkung von Matthias Matussek als Welt-Autor", bestätigt Springer auf Anfrage von W&V Online.

Zu den Gründen schweigt das Medienhaus, sind sie aber auch zu pikant: Meedia.de hatte zuvor berichtet, in der Redaktionskonferenz vom Dienstag sei es nach der Kritik von Chefredakteur Jan-Eric Peters an einem Facebook-Kommentar von Matussek eskaliert. Demnach hat der streitbare Matthias Matussek seinen Vorgesetzten als "A....loch" bezeichnet. Das war wohl ein "A....loch" zu viel. Die Satire findet schnell Gefallen an den Geschehnissen im Hause Springer und zwitschert bereits kurz danach:

Zum Verständnis: Die sozialen Medien sind seit dem vergangenen Wochenende und den tragischen Anschlägen in Paris voll mit Solidaritätsbekundungen, aber auch mit Debatten. Und Matussek hatte im Netz Schelte für diesen Eintrag im Social Web eingesteckt: "Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen." Dahinter hatte er einen lachenden Smiley gesetzt.

Sein Vorgesetzter, "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters, distanzierte sich im Namen des Blattes, das "für andere Werte steht, für Freiheit und Menschlichkeit". Matussek tauschte den Lach-Smiley dann aber doch gegen einen traurigen aus. Er fügte dazu, dass "diejenigen, die mich kennen, wissen, dass es als Ausdruck sarkastischer Verzweiflung gemeint war". Jetzt hat er aber offensichtlich seinen Chefredakteur einmal zu oft vor den Kopf gestoßen.

Hier der Austausch vom Wochenende:


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



4 Kommentare

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Anonymous User 25. November 2015

Kann mir mal einer der Schlechtmenschen erklären, was deren Beitrag zu einer zivilisierten Gesellschaft ist? Und wenn ich dieses Unwort mal aufgreifen darf, wie kommt man bitteschön darauf, dass ein Springer-Chefredakteur ein "Gutmensch" sein könnte? Zu viel Hirnwäsche durch die Junge Freiheit vielleicht? Personalquerelen bei der Welt sind natürlich lustig. Ob Matussek da nun arbeitet oder nicht, mit mir hat die Welt noch nie Geld verdient. Ich kann nämlich nicht erkennen was an deren tendenziösen Berichterstattung freiheitlich und menschlich sein soll. Aber immer wieder interessant zu sehen, womit manche Leute so Geld verdienen, während andere arbeiten.

Anonymous User 19. November 2015

Es ist erschreckend mit welcher Häme der Rauswurf kommentiert wird, Es ein unmögliches Führungsverhalten von J.E. Peters Mitarbeiter seiner Redaktion öffentlich blos zu stellen. Das geht einfach nicht.

Sollte der Kraftausdruck im redaktionellen Rahmen gefallen sein (was ginge uns das eigentlich an), dann bleibt es doch dabei: So geht man nicht mit seinen Mitarbeitern um.

Hat übrigens nichts damit zu tun, was man von dem Kommentar oder dem Redakteur handwerklich hält oder ob man ihm in seinen Meinungen zustimmt.

Anonymous User 18. November 2015

Terror und Terrorwarnungen und offene Grenzen passen ganz einfach nicht zusammen. Der Schutz des Volkes umfasst die Kontrolle der Personen die ins Land einreißen, das hätte zumindest abschreckende Wirkung, wenn auch nur ein Terrorist dadurch abgehalten wird, kann Dies den Tod von Menschen verhindern. Aber die Politik hat versagt, ein Herr de Maizière hat das gestern erst kund getan. Matussek hat völlig Recht mit dieser Aussage, an sich hätte er sich diese natürlich sparen können, wie man sieht ändert sich nämlich gar nichts, außer das man Kritiker jetzt noch schärfer angeht.

Anonymous User 18. November 2015

Absolut schade. Aber in diesem Kartell einer säuerlichen „Political Correctness“ mit Die Welt als Protagonisten hat Matussek wenig Chancen. Stimmt man nicht in den Gleichklang der Gutmenschen ein: No Chance bei uns. Er stand wohl sowieso auf der Abschussliste

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