Einschaltquoten :
Ein Rekord-"Tatort" und ein solides "Voice Kids"-Finale

Der Sonntagabend bescherte der ARD den bislang stärksten "Tatort" 2017 mit über 11 Millionen Zuschauern. Sat.1 freut sich über junge Zuschauer bei "The Voice Kids".

Text: Susanne Herrmann

Siegerin Sofie (M.) mit den Jurorinnen Larissa und Nena: "The Voice Kids" endet zufriedenstellend.
Siegerin Sofie (M.) mit den Jurorinnen Larissa und Nena: "The Voice Kids" endet zufriedenstellend.

Happy Birthday, "Tatort"-Team Köln: Seit 20 Jahren ermitteln Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Am Sonntagabend waren 11,19 Millionen Zuschauer dabei - ein Marktanteil  von 30,6 Prozent für die Folge "Nachbarn" ab 20.15 Uhr im Ersten.

So gut lief in diesem Jahr noch kein "Tatort". Und - Lob für die Kölner - auch die beiden bisherigen 2017er-Folgen des Ermittlerteams  erreichten überdurchschnittliche Werte (mit 10,71 und knapp 10 Millionen Sehern). Selbst der 1000. "Tatort" mit Axel Milberg und Maria Furtwängler war nur wenig besser gelaufen: Er erreichte im November 2016 jeden dritten - 11,46 Millionen - Zuschauer.

Zur Sonntagsprimetime liegt damit die ARD vor dem ZDF, Sat.1 vor ProSieben und RTL.

Werberelevante fieberten bei Krimi und Casting mit

Selbst das junge Publikum verfolgte am liebsten die Ermittlungen von Ballauf und Schenk. 25,6 Prozent (3,28 Millionen) der 14- bis 49-Jährigen Zuschauer waren dabei. Rund doppelt so viele wie beim Finale von "The Voice Kids" bei Sat.1, das die elfjährige Sofie gewann - die jüngste Siegerin der Castingsshow bislang.

Der Privatsender jubelt uber 12,3 Prozent der Werberelevanten - zweieinhalb Prozentpunkte über dem Wert der Vorwoche, 3,1 Punkte sogar über dem Vorjahr (2016: 9,2 Prozent). Insgesamt verfolgten 2,67 Millionen Zuschauer (8,4 Prozent), wie Klassik-Sängerin Sofie mit der Rock-Nummer "Dream On" und "Ave Maria" Jury und Publikum begeisterte. Das sind rund 300.000 mehr als vor einer Woche. Als Gewinn erhält Sofie eine Ausbildungsförderung in Höhe von 15.000 Euro und einen optionalen Plattenvertrag. 2018 geht die Sat.1-Musikshow mit einer neuen Staffel weiter.

Den Sonntags-Werberelevanten-Marktanteil noch einmal halbiert hat das ZDF. Der ZDF-Film "Katie Fforde" am Sonntagabend wurde zwar von 4,52 Zuschauern ab 3 Jahren (12,4 Prozent) eingeschaltet (die Nummer zwei beim Gesamtpublikum). Aber zwischen 14 und 49 Jahren waren lediglich 6,2 Prozent dabei.

Besser lief es bei ProSieben mit 12,2 Prozent der Umworbenen bei "Hangover 3". Insgesamt schauten 2,09 Millionen zu (5,9 Prozent). Für die Münchner kein großartiger Wert, aber am Sonntagabend solide.

RTL schwächelt nach starkem Länderspiel

RTL hatte eigentlich einen super Vorabend mit dem WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschft (Endstand gegen Aserbaidschan: 4:1). Der Marktanteil betrug immerhin 31,5 Prozent. 8,23 Millionen Fans sind alelrdings keine Sensation, gemessen an den üblichen Nationalelf-Reichweiten. Das Drama spielte sich jedoch am Hauptabend ab, bei "Duell der Brüder". Den Film über die Dassler-Brüder und ihre Firmen Adidas und Puma wollten nur noch 1,85 Millionen sehen - das macht einen mauen Gesamtmarktanteil von 5,5 Prozent. Von den Jüngeren waren 7,7 Prozent dabei. 

Das erreichte sogar fast der kleine Schwestersender Vox: Beim zweiten Teil des "Perfekten Promi Dinner – Dschungel Spezial" saßen 7,5 Prozent der 14- bis 49-Jährigen und insgesamt 1,55 Millionen Menschen (4,7 Prozent) vor den Bildschirmen. Was trotzdem kein Riesenerfolg für die Kölner ist: Vor einer Woche schalteten noch 1,68 Millionen ein (8,2 Prozent). Und das Finale von Tim Mälzer und "Kitchen Impossible" war auf insgesamt 2,14 Millionen (7,2 Prozent) gekommen.

Die Kabel eins-Krimiserie "The Mentalist" sahen ab 20.15 Uhr 0,83 Millionen (2,3 Prozent), der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag bei 3,1 Prozent. RTL II  kam in der Werbezielgruppe mit "American Pie - Jetzt wird geheiratet" auf 3,2 Prozent (Zuschauer gesamt: 560.000). Der ZDF Neo-Krimi "Stubbe - Von Fall zu Fall" interessierte 470.000 Menschen (1,3 Prozent).

Im Durchschnitt liegt das ZDF seit Jahresbeginn unter den deutschen TV-Sendern mit einem Marktanteil von 13,4 Prozent auf dem ersten Platz. Es folgt das Erste mit 11,5 Prozent vor dem privaten Marktführer RTL mit 9,7 Prozent. Dahinter liegen Sat.1 (6,9 Prozent), Vox (5,2 Prozent), ProSieben (4,6 Prozent), Kabel eins (3,4 Prozent), RTL II (3,1 Prozent), ZDF Neo (2,6 Prozent) und Super RTL (1,7 Prozent). (sh/W&V/mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.