"Euer Vorgehen ist widerlich": Angebliches Mordopfer bloggt gegen "Bild"

Peinliche Recherche: "Bild" hat ein falsches Foto eines Mordopfers abgebildet. Die angebliche Tote wehrt sich lautstark in ihrem Blog und mit Interviews gegen die Verwechslung.

Text: Anja Janotta

Auf Bild.de heißt es bei der entsprechenden Richtigstellung nur lapidar: "Wir bedauern die Fotoverwechslung." Man habe ein falsches Foto von Mordopfer Hannah K. veröffentlicht. Die Abgebildete sei nicht das Mordopfer im Fall "Hannah K.". Die Studentin, deren Foto fälschlich zum "Bild"-Artikel gestellt wurde, macht nun in ihrem Blog ihrem Ärger Luft. "Das ist widerlich. Euer Vorgehen ist widerlich", heißt es in ihrem offenen Brief. Selbst wenn es das richtige Foto wäre: ein  Mordopfer unverpixelt darzustellen sei unmoralisch. Außerdem wirft sie der Zeitung vor, sie habe Details aus ihrer Biografie mit den Details des wahren Opfers vermengt. Offenbar hatten die "Bild"-Reporter wahllos im Netz recherchiert, um eine "Hannah" aus Berlin zu finden. In einem Interview mit Jetzt.de kündigt die Medienkunst-Studentin an, dass sie auch juristisch gegen "Bild" vorgehen werde.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.