Der oberste "FAZ"-Chef Thomas Lindner kommentiert den Kahlschlag beim renommierten Zeitungstitel so: "Auch die FAZ wird den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Tribut zollen. Wir müssen unsere Strukturkosten der veränderten Erlössituation anpassen, denn wir wollen die FAZ in den kommenden Jahren in eine nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit führen. Wir brauchen Bewegungsspielraum zur Entwicklung neuer Produkte und Angebote und damit auch für die Zukunftsstrategie unseres Hauses. Im Zuge der notwendigen Restrukturierung festigen wir jetzt das solide Fundament für den beispielhaften, unabhängigen Journalismus der FAZ." Am Dienstagmorgen hat er das Team über das Vorhaben informiert. Geschäftsführung und Betriebsrat erörtern nun dem Unternehmen zufolge die Planungen und deren konkrete Umsetzung. "Entscheidungen hinsichtlich der einzelnen Maßnahmen erfolgen in den kommenden Monaten", heißt es.

Die "FAZ" ist seit Jahren in den roten Zahlen. 2012 verbuchte sie einen Verlust von 4,3 Millionen Euro. Der Frankfurter Verlag hat nach eigenen Angaben 2013 im operativen Geschäft einen Verlust im "mittleren einstelligen Millionenbereich" eingefahren. Wegen der seit Jahren auflaufenden operativen Verluste sei es aber nötig geworden, Struktur und Aufstellung des Verlags zu überprüfen., hieß es vor einigen Monaten, als bekannt wurde, dass sich die Geschäftsführung um Thomas Lindner und Burkhard Petzold Hilfe von Roland Berger ins Haus holen. Gleichzeitig sollen um die Kernprodukte "FAZ" und "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" herum neue Produkte im Print- und Digitalbereich entstehen.



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.