Gerhard Zeiler hinterlässt der RTL Group ein Umsatzplus

Trotz Eurokrise in vielen Ländern der RTL Group hat Gerhard Zeiler in den letzten Monaten noch mehr Umsatz einfahren können – vor allem dank des deutschen RTL. Das kommt auch Bertelsmann zugute...

Gut gewirtschaftet hat der bisherige Konzernlenker Gerhard Zeiler bis zu seinem Ausstieg am 18. April: Die RTL Group, Europas größter Unterhaltungskonzern, spürt zwar die Euro-Krise, hat aber dennoch seinen Umsatz steigern könne. Einmal mehr sind es die Mediengruppe RTL Deutschland und der hiesige Werbemarkt, die im ersten Quartal nennenswert zugelegt haben - in Süd- und Osteuropa seien die Märkte deutlich geschrumpft, teilt das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mit. Gegen diesen schwierigen Trend sei der Gesamtumsatz des Konzerns um 6,3 Prozent auf 1,322 Milliarden Euro gestiegen. Dieses Wachstum ist demnach vor allem durch höhere Erlöse der Kölner Truppe, der Produktionstochter FremantleMedia sowie der französischen Sendergruppe M6 möglich geworden. Der operative Gewinn (EBITA) bleibt mit 191 Millionen Euro exakt auf Vorjahresniveau.

Zeilers letzter Umsatzzuwachs, bevor jetzt Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt das Ruder bei der RTL Group übernommen haben, zahlt auch auf die Mutter Bertelsmann ein. Sie legt am Mittwoch ebenfalls Zahlen vor. Die Gütersloher sind gut ins Geschäftsjahr 2012 gestartet - im ersten Quartal sind sowohl Umsatz, als auch operatives Ergebnis und Konzernergebnis gesteigert worden. Bertelsmann legt beim Konzernumsatz um fünf Prozent auf 3,64 Milliarden Euro (VJ: 3,46 Milliarden Euro), während das Operating Ebit von 248 Millionen Euro im Vorjahr auf 280 Millionen Euro zulegt. Die Umsatzrendite beträgt damit 7,7 Prozent – und liegt klar über dem Vorjahreswert von 7,2 Prozent. Das Konzernergebnis liegt nach den ersten drei Monaten bei 147 Millionen Euro – und damit deutlich über dem Vorjahr mit 94 Millionen.

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe legt damit einen guten Start hin und sagt über das Plus: "Das unterstreicht die gute Ausgangsbasis, die sich Bertelsmann für den geplanten langfristigen Konzernumbau hin zu einem wachstumsstärkeren, digitaleren und internationaleren Unternehmen erarbeitet hat." Für das Gesamtjahr behält er weiter den moderaten Umsatzanstieg, ein stabiles Ebit und ein höheres Konzernergebnis im Auge.

Zu den Güterslohern gehören der Unterhaltungskonzern RTL Group, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, die Verlagsgruppe Random House und Dienstleister Arvato. Ein Viertel der Erlöse macht das Unternehmen mit werbeabhängigen Geschäften. Rabe will den Konzern unabhängiger vom Fernsehgeschäft machen und setzt auf breitgestreute Investments in Wachstumsfelder wie Erwachsenenbildung. Zudem will er die Firma in Asien und Südamerika stärker aufstellen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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