Lutz Knappmann sieht gerade im Digitalen sehr gute Chancen für den Wirtschaftsjournalismus. "Wirtschaftsthemen haben es ja nicht immer leicht, insbesondere bei jüngeren Lesern.Weil sie häufig als sperrig und kompliziert wahrgenommen werden. Dabei sind wirtschaftliche Zusammenhänge ein zentraler Bestandteil in unser aller Alltag. Die Darstellungsmöglichkeiten, die das Netz uns eröffnet, mit denen wir in der Onlineredaktion arbeiten und experimentieren können, helfen, diese Zusammenhänge verständlich zu machen. Neben Text und Bild gibt es eben ganz viele multimediale und interaktive Möglichkeiten, um vermeintlich komplexe Themen so zu erklären, dass die Leser konkreten Nutzen daraus ziehen können." 

Mobile Geräte entscheidend

Knappmann sieht in der Entwicklung von wiwo.de auch die Konsequenz aus den grundsätzlichen Trends im Digital Publishing: "Ganz zentral ist es, als seriöse und vertrauenswürdige Informationsquelle im Netz noch sichtbarer zu werden. In Zeiten von Fake-News-Debatten und einem stark polarisierten Diskursklima ist es wichtiger denn je zu vermitteln, dass sich die Leser und Nutzer darauf verlassen und darauf vertrauen können, dass alle Informationen stimmen und für sie wirklich relevant sind, die sie bei uns lesen.  Technologische Trends, die ganz neue Perspektiven für den Journalismus eröffnen, gibt es eine ganze Reihe. Etwa Audio- und Podcast-Angebote, nicht zuletzt für die Nutzung auf Smart-Home-Devices wie Apples HomePod oder Amazons Echo. Auch VR und AR sind aus journalistischer Sicht hoch spannend. Und ganz grundlegend die Tatsache, dass die Nutzung von Online-Angeboten in großem und weiter zunehmendem Maße auf mobilen Geräten stattfindet." Dabei müsse man aber stets die Perspektive der Nutzer im Auge behalten. "Was mir dabei aber wichtig ist: Wir müssen als Redaktion die richtigen Schwerpunkte setzen. Nicht alles, was technisch möglich ist, macht automatisch Sinn für unsere Nutzer. Wir müssen ausprobieren, womit wir einen wirklichen Mehrwert erzeugen. Und das dann in unseren Alltag übernehmen."


Autor: Holger Schellkopf

Chefredakteur. Mitglied der W&V-Geschäftsleitung. Sozialisiert mit Print, konvertiert zu digital. Findet beides prima. Feste Überzeugung von @hschellk : Digital Journalism rocks! Versucht ansonsten, sich so oft wie möglich auf das Rennrad zu schwingen oder in die Laufschuhe zu steigen.