Sky :
House of Cards holt VoD-Rekord

Die Staffel fünf des Polit-Thrillers bringt dem Entertainment-Konzern hohe Online-Abrufzahlen. Das VoD-Ranking von Goldmedia veröffentlicht erstmals Zahlen

Text: Lisa Priller-Gebhardt

House-of-Cards-Darsteller Kevin Spacey holt viele Zuschauer bei Sky
House-of-Cards-Darsteller Kevin Spacey holt viele Zuschauer bei Sky

Die fünfte Staffel der Netflix-Serie "House of Cards" läuft in Deutschland exklusiv bei Sky - und punktet mit hohen Abrufzahlen über die Onlinekanäle des Senders. Das zeigen die aktuellen Auswertungen der Analyseplattform "VoD-Rating" der Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia.

Die fünfte Staffel ging demnach am 30. Mai an den Start und erreichte bei Sky in den ersten vier Wochen 2,9 Millionen Abrufe. Multipliziert man diese Zahl mit dem so genannten Co-Viewing-Faktor, liegt man bei 4,5 Millionen Zuschauern, denn im Schnitt wird die Serie von 1,6 Personen zusammen angesehen. Zum Vergleich: Netflix erzielte laut Goldmedia im gleichen Analysezeitraum nur 390.000 Abrufe für die gesamten alten Staffeln 1-4.

Dirk Otto, Vice President Research bei Sky, sagt: "Diese Zahlen stimmen mit unseren Erhebungen ziemlich genau überein." Dass die neue Staffel, anders als in anderen Ländern, nicht zuerst bei Netflix gezeigt wird, hat mit bestehenden Verträgen aus der Zeit vor dem deutschen Markteintritt von Netflix zu tun. Sky zeigt die Folgen der frischen Staffel im Live-TV oder über Sky Go, Sky On Demand sowie Sky Ticket.

Nicht-linear schlägt linear

Wichtige Erkenntnis für die Forscher und auch für die Sky-Verantwortlichen: Im linearen Fernsehen ist das Zuschauerinteresse für die Serie überschaubar, auf den digitalen Kanälen hingegen wird sie sehr stark nachgefragt. Der Anteil an nicht-linearer Nutzung liegt laut Otto bei 82 Prozent. Das mag vor allem auch daran liegen, dass die Folgen der Serie aufeinander aufbauen. Daher schauen die Nutzer die Folgen einer Staffel hintereinander, was heute als "Binge-Watching" bezeichnet wird.  "Es ist erfreulich zu sehen, dass Serien, die einen komplexen Inhalt haben und intellektuell anspruchsvoll sind, in dieser Größenordnung im TV konsumiert werden", sagt Otto.

"Die VoD-Ratings von Goldmedia zeigen sehr gut, wie sich das Interesse an der Serie bereits in den ersten Tagen schnell aufgebaut und dann auf hohem Niveau stabilisiert hat", sagt Florian Kerkau, Geschäftsführer und Partner bei Goldmedia.

Goldmedia erfasst seit Januar 2017 die Zuschauerzahlen von Pay-VoD-Angeboten in Deutschland, die nun erstmals am Beispiel der Serie "House of Cards" veröffentlicht werden. Methodisch fußt die Erhebung auf einer rollierenden Online-Befragung mit bis zu 50.000 Befragten im Jahr. Erfasst werden die Zuschauerzahlen als Day-After-Recall.


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.