Konstruktiver Journalismus :
"Im Rudeljournalismus liegt die eigentliche Gefahr"

Zu viele negative Nachrichten machen schlechte Laune und die Medien zu Verlieren. Axel Wallrabenstein und Uli Jörges diskutieren in der aktuellen W&V, ob die Medien konstruktiveren Journalismus machen müssen.

Misstrauen, Skandale, Negativschlagzeilen - ist die schlechte Laune im Journalismus inflationär geworden, und verlieren die Medien nicht auch deswegen an Glaubwürdigkeit und Auflage, weil das permanente Trommelfeuer an Aufregung die Menschen ermüdet?

Seit der dänische Journalist Ulrik Haagerup im vergangenen Jahr sein Buch "Constructive News" veröffentlicht hat, diskutieren Redaktionen, ob ihre Berichterstattung konstruktiver werden muss. Mit perspective-daily.de entsteht gerade eine neue Onlinezeitung von jungen Journalisten und Wissenschaftlern, die lösungsorientierten Journalismus zu ihrem Auftrag gemacht haben.

In der aktuellen Printausgabe der W&V haben sich der Polit-Kommunikator Axel Wallrabenstein und "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges das Thema vorgenommen. Jörges, seit 40 Jahren Journalist, sagt:  "Wenn man die These vom konstruktiven Journalismus zum allgemeinen Grundsatz erheben würde, würden wir uns pfeilgerade in Richtung dessen bewegen, was uns die Rechtsradikalen vorwerfen - nämlich Lügenjournalismus. Wir würden Wirklichkeit entstellen, nur partiell wiedergeben und uns selbst zensieren."

Wallrabenstein, Ex-Redakteur, PR-Profi, Chairman der PR-Agentur MSL Group Germany, kritisiert die gängige News-Währung: Vor allem reißerische Zuspitzungen und Zitate brächten Tickermeldungen. Der Polit-Kommunikator hinterfragt die gängige Redaktionskultur, die darauf ausgelegt ist, Dissonanz und Streit herauszuarbeiten. Wallrabenstein: "Es geht darum, eingeschliffene Routinen in den Redaktionen mit ihrer negativen Grundtendenz zu hinterfragen."

Jörges kritisiert, dass viel zu viele Medien - statt selbst kreativ zu werden - das nachvollziehen, was die klickabhängigen Onlinemedien vorgeben: "In diesem Rudeljournalismus, dem Konformismus in der Wahrnehmung liegt die eigentliche Gefahr."

Was die "Zeit" richtig macht, wo Qualitätsmängel liegen und ob Journalismus einen Kulturwandel braucht - mehr über die Debatte der beiden Öffentlichkeits-Profis lesen Sie in der aktuellen W&V-Printausgabe. Abo?


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist seit fast 17 Jahren als Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Und sie liebt die ständige Veränderung und Vielfalt in der Stadt. Ebenso bunt ist die Themenpalette, die sie bearbeitet – von Axel Springer über Klickbetrug und Wahlkampf bis Zalando. Ganz besonders interessiert sie sich für politische Kommunikation.



3 Kommentare

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Anonymous User 27. Januar 2016

Bullshit. Da spricht nur die Angst vor einer neuen Form des Journalismus, die das Volk mal nicht verarscht.

Anonymous User 27. Januar 2016

„Es geht darum, eingeschliffene Routinen in den Redaktionen mit ihrer negativen Grundtendenz zu hinterfragen..“

Axel Wallrabenstein, TTIP-Lobbyist und Merkel Versteher

- Finde den Fehler -

TTIP ist top (nichts Negatives berichten)
Wir schaffen das (und wie? das Volk will es nicht!)

Erst über Jahre „Rudeljournalismus“ (pro Regierung) praktizieren, damit verbunden nicht konforme Nachrichten verschweigen und sich nun zum Kritiker aufspielen.

Anonymous User 27. Januar 2016

Was Jörges erzählt, interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr.

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