DOOH am POS :
Interaktive Schaufenster ohne Gefuchtel

Schaufenster sind schon längst keine Stillleben mehr: Dank Digitaltechnik rührt sich was am Point of Sale. Und das muss nicht der potenzielle Kunde sein ...

Text: Susanne Herrmann

Digitales Schaufenster ohne Gezappel: Nowa von Fluur.
Digitales Schaufenster ohne Gezappel: Nowa von Fluur.

"Warum fuchteln die vor dem Schaufenster?", fragten wir in einem Artikel im Herbst 2016. Die Antwort war ein neues Werbemedium von Ameria, das Bewegtbild, Außenwerbung, PoS, Gaming-Elemente und Beacon-Technik zu einem Lockmittel verschmolz.

Einen Schritt weiter gehen will nun das Startup Fluur - Büro für interaktive Gestaltung in Köln mit dem interaktiven Schaufenster Nowa. Der Unterschied zum Konzept von Ameria: kein Gefuchtel. Stattdessen steuern die Passanten das digitale Display mit ihrem Smartphone. "Denn in Wirklichkeit", sagt Fluur-Gründer Till Beutling, "fuchteln nur wenige erwachsene Menschen unbefangen im öffentlichen Raum vor einer Scheibe herum."

Der Interaction Designer und seine Partner Lukas Höh und Daniel Dormann entwickeln digitale Raumkonzepte. Und nun ein digitales Schaufenster. Per URL oder QR-Code greift der interessierte Kunde auf das Schaufensterdisplay zu und kann mit dem gewohnten Wischen und Tippen auf dem Smartphone-Bildschirm durch die Produkte blättern, Informationen anfordern oder Multimedia-Inhalte steuern. Eine App braucht er dafür nicht.

Der Ladenbesitzer kann den Passanten trotzdem erreichen, denn das Schaufenster kann mit dem Onlineshop verbunden werden - und sofern der Kunde es erlaubt, auch mit den Social-Media-Kanälen des Smartphone-Besitzers kommunizieren. Außerdem wird das Nutzerverhalten analysiert, sodass der Nowa-Kunde sieht, wie Produktangebot und Nutzerinteresse zusammenpassen.

In einem Video stellen die Macher Nowa vor.

Das interaktive Schaufenster geht jetzt in die Vermarktung, wurde aber bereits als Informationsinstrument für ein kulturelles Projekt eingesetzt. Dabei erhobene Nutzungsdaten sind nicht repräsentativ, weisen aber in eine positive Richtung. Die erste Umsetzung für einen großen werbungtreibenden Kunden ist in Arbeit. Fluur bietet darüber hinaus Touch-Oberflächen für die Präsentation unter dem namen Kreek.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.