Nissan bei "Alarm für Cobra 11" :
IP baut bei RTL im Nachgang Product Placement ein

IP Deutschland bietet als Novum das Digital Product Placement an und tilgt einen Nachteil der Produktplatzierung. Erster Werbekunde ist Nissan.

Text: Petra Schwegler

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Product Placement gilt trotz seiner Freigabe vor dreieinhalb Jahren bei Kunden und Agenturen eher als Nischenkonzept im Werbemarkt. Unter anderem wird das mit dem langwierigen und komplexen Vorlauf einer gelungenen Produktplatzierung begründet. Das will RTL-Vermarkter IP Deutschland offensichtlich ändern: Die Kölner bieten als Novum in der Senderfamilie das "Digital Product Placement" an. Der Vermarkter bindet damit für Werbekunden ihre Produkte nachträglich in bestimmte TV-Formate der Mediengruppe RTL Deutschland ein. Anders als beim bekannten Product Placement werde das Produkt des Werbekunden nicht während der Dreharbeiten in das Format integriert, sondern in die fertige Sendung digital eingefügt, heißt es. Beispiele: Die Möglichkeiten reichen vom Plakatmotiv im Hintergrund der Handlung über eine LKW-Aufschrift bis hin zu einem Prospekt auf dem Tisch.

Überzeugt von der neuen Placement-Technik hat das IP-Team bereits den Kunden Nissan. Für den Autobauer setzt die Mediaagentur OMD Düsseldorf zur Einführung des neuen Nissan Note auf die neue Sonderwerbeform von IP Deutschland. In vier Folgen der RTL-Actionserie "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" werden digitale Placements integriert. Start ist am 24. Oktober. Zusätzlich zu den TV-Zuschauern erreicht Nissan dabei auch die Fans des zeitversetzten Fernsehens: Denn in der Mediathek RTLNOW.de sind die Episoden mit den Placements sieben Tage nach Ausstrahlung verfügbar.

"Die hohe Qualität der Umsetzung garantiert eine realistische Darstellung des Produkts als Requisite am Set und sorgt damit für maximale Aufmerksamkeit", verspricht Lars-Eric Mann, Verkaufsdirektor Solutions bei der IP. Der Kunde könne sich mögliche Szenen zuvor ansehen und entsprechend der Sekundenläge, Form und Location genau die auswählen, die perfekt zu seinem Produkt passen. Mann: "Die unkomplizierte Auswahl der Szenen lässt auch eine kurzfristige Abwicklung unabhängig vom Drehstart einer Produktion zu – das ist gerade bei fiktionalen Formaten ein großer Vorteil." IP hat in der Vergangenheit bereits mit diversen klassischen Produktplatzierungen - samt großem Vorlauf - gearbeitet.

Erste Erfahrungen mit dem nachträglichen Einbinden von Placements hat El Cartel Media schon gemacht. Der Münchner Vermarkter von RTL II bietet seit Sommer die digitale Technik an, zu sehen beispielsweise beim Vorabend-Format "Berlin - Tag & Nacht". 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



2 Kommentare

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Anonymous User 7. Oktober 2013

@elektroe Danke für den Hinweis. Es lag nun am eingebetteten Foto, dass fast ein ganzer Satz verschwunden war. Geändert - sorry.

Anonymous User 7. Oktober 2013

"Die unkomplizierte Auswahl der Szenen lässt auch eine zu" — eine was?

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