Studie :
"Irgendwas mit Medien": Für Schüler als Job nicht mehr attraktiv

Die Wunscharbeitgeber deutscher Schüler sind Polizei und Bundeswehr. In die Medienbranche oder den Textilhandel wollen immer weniger.

Text: Susanne Herrmann

18. Aug. 2014

Die Wunscharbeitgeber deutscher Schüler sind Polizei (11,8 Prozent) und Bundeswehr (10,3%). In die Medienbranche oder den Textilhandel wollen immer weniger. Das zeigt eine Umfrage, die das Institut Trendence unter 12.000 Jugendlichen der Schulklassen acht bis 13 durchgeführt hat. Demnach bleibt die Polizei der beliebteste Arbeitgeber. Die Bundeswehr gewinnt vor allem bei den Mädchen an Popularität und steigt von Rang drei auf zwei.

Die Medienhäuser dagegen werden weniger beliebt. ProSiebenSat.1 (abgestiegen auf Platz acht), ZDF (runter auf 19), Axel Springer (abgestiegen auf 42) und Bertelsmann (61) fallen im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber klar ab - andere Häuser kommen in der Liste der Top 100 gar nicht vor. Bei ProSiebenSat.1 würden 6,5 Prozent der befragten Schüler gern arbeiten - beim ZDF nur noch drei Prozent, bei Springer 1,1 Prozent und bei Bertelsmann 0,7 Prozent.

An Attraktivität gewinnt die Automobilbranche. Laut "Schülerbarometer" steigt Daimler erstmals in die Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber der Schülerinnen und Schüler auf. Damit befinden sich neben BMW, Audi und Porsche vier Autokonzerne unter den Top Ten, Volkswagen folgt auf Rang elf. "Die jungen Talente verbinden mit einem Job bei einem Automobilhersteller ein hohes Einstiegsgehalt", erläutert Holger Koch. "Sie entscheiden sich aber auch für die Branche, weil sie Teil eines erfolgreichen Unternehmens sein wollen, das innovative Produkte herstellt."

Daran haben wohl auch die Eltern Anteil - und bei denen stehen Medienhäuser offenbar nicht hoch im Kurs. Die wertvollsten Tipps zur Berufswahl erhalten Schüler laut Trendence von ihren Eltern. Über 78 Prozent finden das Gespräch mit den Eltern hilfreich. Schüler, die eine Berufsausbildung anstreben, nutzen darüber hinaus die Angebote der Berufsberatung sowie Praktika und Ferienjobs zur Orientierung. Schüler, die nach ihrem Schulabschluss studieren möchten, informieren sich vor allem im Internet über ihre berufliche Zukunft.

Alles zur Studie, die Trendece seit 2006 jährlich durchführt, gibt es online. Wie sich das Berufsfeld Medien gewandelt hat und mit ihm die Jobprofile - das zeigt W&V Online in einem weiteren Stück zu "Irgendwas mit Medien" auf.
 
 


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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