Jim-Pandzko-Song auf Platz 10 :
Jan Böhmermann verpasst die Charts-Spitze

Kein Witz: Laut GfK ist der Jan-Böhmermann-Song  "Menschen Leben Tanzen Welt" nach Verkäufen nur bedingt ein Renner. 

Text: Petra Schwegler

18. Apr. 2017 - 1 Kommentar

Jan Böhmermann alias Jim Pandzko und der Song "Menschen Leben Tanzen Welt" veralbern den Echo - aber nicht den Käufer.
Jan Böhmermann alias Jim Pandzko und der Song "Menschen Leben Tanzen Welt" veralbern den Echo - aber nicht den Käufer.

Satiriker Jan Böhmermann hat sein Ziel, den Satire-Song "Menschen Leben Tanzen Welt" an die Spitze der deutschen Single-Charts zu bringen, klar verpasst. Die Parodie auf aktuelle deutsche Popsongs landete in der Auswertung der vergangenen Woche auf dem zehnten Platz, wie GfK Entertainment jetzt auswertet. Böhmermann macht sich in seinem Song als "Jim Pandzko" über die Erfolgsrezepte der deutschen Musikindustrie lustig. 

Auch wenn der ZDF/ZDF-Neo-Entertainer als Deutschpopper das Stück breit im Social Web verbreitete – es reichte nicht, um Dauer-Spitzenreiter Ed Sheeran zu gefährden, der zum 14. Mal mit "Shape Of You" an der Charts-Spitze triumphiert. Auf Platz zwei steigen die Toten Hosen mit "Unter den Wolken" ein, Dritter ist Burak Yeter feat. Danelle Sandoval ("Tuesday"). 

Hier das Youtube-Video zum Hit, das inzwischen auf weit mehr als 1,6 Millionen Abrufe kommt: 

Hintergrund: Böhmermann lästerte Anfang April in seiner ZDF-Neo-Show "Neo Magazin Royale" über den Branchenpreis Echo und "seelenlose Kommerzkacke" ab. Seinen Song "Menschen Leben Tanzen Welt" haben angeblich fünf Schimpansen aus dem Gelsenkirchner Zoo aus Schnipseln deutscher Pop- und Werbetexte zusammengestellt. 

Der Moderator spielt darin offen auf die Radio-Chart-Wunder von Tim Bendzko ("Immer Noch Mensch") oder Matthias Schweighöfer ("Lachen Weinen Tanzen") und Co an. Böhmermann will die Einnahmen an eine Kölner Musikschule spenden - und dann nächstes Jahr vielleicht einen Echo für seinen "Song" ergattern ...

Basis der GfK-Hitlisten sind übrigens die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2800 Einzelhändlern sämtlicher Absatzwege. Dazu zählen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Musik-Streaming-Plattformen.

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



1 Kommentar

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Mike Schnoor 18. April 2017

Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber die GFK-Zahlen sind doch nicht das Maß der Dinge. Die rund 1,64 Mio Zugriffe auf das frei verfügbare Musikvideo übertrumpfen doch bei weitem die Zahlen von anderen nationalen Künstlern, die in den Top-Charts der GFK vertreten sind...

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