Joachim Gauck: Zu alt fürs werberelevante TV-Publikum?

Media Control wertet die Wahl Joachim Gaucks zum neuen Bundespräsidenten im TV aus. Und siehe da: Die Hälfte der TV-Zuschauer war 65 Jahre oder älter...

Text: Petra Schwegler

19. Mar. 2012

Joachim Gauck - selbst 72 Jahre alt - scheint der Bundespräsident der Best-Ager weit jenseits der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zu sein. Dieser Eindruck entsteht bei einem Blick auf die TV-Analyse von Media Control, die die Einschaltquoten der Sendungen rund um die Wahl genauer durchleuchtet hat. Von den zusammengerechnet beachtlichen 6,13 Millionen Zuschauern ab drei Jahren, die am Sonntagmittag die Wahlentscheidungs-Sondersendungen auf ARD, ZDF, Sat.1, N24, n-tv und Phoenix verfolgt haben, machen alte Menschen das Gros aus. "Fast die Hälfte der Zuschauer, die Joachim Gaucks souveränen Sieg live im TV verfolgten, war 65 Jahre oder älter", rechnet Media Control am Montagnachmittag vor.

Allein im Ersten und im Zweiten haben über vier Millionen Zuschauer die spannungsarme Wahl gesehen - allerdings mit einem klaren Überhang der Älteren. Am deutlichsten zeige sich diese Dominanz bei der über dreistündigen Sondersendung in der ARD, heißt es. Media Control: "Auf 2,01 Millionen Gesamtzuschauer kamen 1,25 Millionen Ab-65-Jährige. Entsprechend hoch fiel auch der Marktanteil in dieser Altersgruppe aus (26,4 Prozent)." Ähnlich alt die TV-Fans im ZDF; dort stehen 2,65 Millionen Gesamtzuschauer rund 1,25 Millionen Älteren gegenüber. Die Werte liegen hier laut Media Control ebenfalls bei weit überdurchschnittlichen 22,9 Prozent. Ganz junge Politikinteressierte haben sich lieber für Sat.1 entschieden. Rund 50.000 Zuschauer zwischen 14 und 19 Jahren oder 100.000 Menschen zwischen 20 und 29 Jahren listet Media Control hier auf.

Für die Auswertung wurden nach Angaben von Media Control Sondersendungenüber zehn Minuten berücksichtigt, die zur Wahlentscheidung gegen 14.20 Uhr liefen. Die Kontaktsumme von 6,13 Millionen Zuschauern sei aus den verschiedenen, unterschiedlich langen Sendungen gebildet worden, heißt es abschließend.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit