- Potenziell immer mehr TV-Geräte pro Haushalt, wie die Media Analysen belegen – aber weniger gemessene Glotzen je Haushalt im Panel. Es ergebe sich in der Hochrechnung eine nicht unerhebliche Zahl potenziell nicht-erfasster TV-Geräte im Fernsehpanel. Hier sehen die Sender nun Nachholbedarf bei der Anschlussquote. Um dies zu ermöglichen, hat die AGF den "Spielraum" für den Dienstleister GfK erweitert.

- Das Anmeldeverhalten vor allem bei jüngeren Zielgruppen und in Kinderzimmern im Fernsehpanel lässt zu wünschen übrig – die Jungen schlampen, melden sich nicht an und fehlen hinterher bei der Reichweite. Denn: Nur Personen, die sich während ihrer Fernsehnutzung am Messgerät anmelden, können mit ihrer Nutzung bei Zielgruppenauswertungen dann auch berücksichtigt werden. Zusammen mit der GfK-Fernsehforschung, die das Panel im Auftrag der AGF betreibt, wird nun alles getan, um die Anschlussquoten zu verbessern und das Anmeldeverhalten zu optimieren. Ob das Messgerät auch immer korrekt informiert wird - das will die AGF im Frühjahr 2014 in "Coincidental Checks" prüfen.

Seit Juli 2012 besteht das AGF-Fernsehpanel aus 5000 täglich berichtenden Haushalten, in denen fast 10.500 Personen leben. Damit wird die Fernsehnutzung von 72,20 Millionen Personen ab drei Jahren oder 36,71 Millionen Fernsehhaushalten abgebildet. Dumm nur, wenn regelmäßig hunderte aus einem bestimmten Segment das Anmelden vor dem TV-Konsum vergessen – schnell ist das Quotenbild verzerrt, wie die Sender nun spüren.

Apropos Einschaltquoten und Konkurrenz aus dem Netz: Die AGF arbeitet seit einiger Zeit an der Einbeziehung der zeitversetzten Nutzung von TV-Haushalten via Streaming. Jetzt geht das Ganze einen Schritt weiter: Ab sofort weist die AGF Daten aus dem Projekt Video Streaming auf ihrer Website aus. "Damit können regelmäßig und für Jedermann zugänglich aktuelle Daten über die Nutzung von Bewegtbildinhalten abgerufen werden", heißt es. In einem ersten Schritt stehen Hitlisten einzelner Senderplattformen zur Verfügung – dazu zählen etwa RTL Now oder die Mediatheken von ProSieben oder dem ZDF. Noch arbeitet die AGF daran, das Ganze in bestehende TV-Daten zu integrieren; ab Anfang 2015 sollen dann für Sender und Werbewirtschaft Nutzungsdaten mit Zielgruppenstrukturen in den AGF-Auswertungssystemen ausgewiesen werden. "Bereits jetzt laufen Gespräche mit einer Reihe von Bewegtbildanbietern, die ihre Nutzung über das AGF-Projekt ausweisen lassen wollen", heißt es. "Die Streaming-Daten sind kein Exklusivrecht der TV-Anbieter. Deshalb engagieren wir uns schon heute dafür, möglichst bald eine möglichst breite Marktabdeckung zu erreichen", erklärt Karin Hollerbach-Zenz, Vorstandsvorsitzende der AGF.

Übrigens: Die Stars beim Streaming sind in den vergangenen Wochen das Dschungelcamp und der "Bachelor" von RTL sowie die ProSieben-Reihe "Germany’s Next Topmodel – by Heidi Klum" oder "Berlin – Tag & Nacht" (RTL II) gewesen. Stark sind zuweilen auch Serien auf Spartensendern wie Sixx, die im Free-TV nicht zu den quotenstärksten gehören. Hier gibt es Übersichten, was beim Streaming derzeit gefragt ist.


Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.