Kunstmagazin "Monopol" lässt Damien Hirst auflaufen

Wenn eine Zeitung oder Zeitschrift Seiten mit viel Weißraum druckt, gab es im Vorfeld nicht selten Ärger mit Interviewpartnern oder Portraitierten. Jüngstes Beispiel: die Kunstzeitschrift "Monopol" mit einer Titelstory über den Künstler Damien Hirst.

Text: Julia Kloft

Wenn eine Zeitung oder Zeitschrift Seiten mit viel Weißraum druckt, gab es im Vorfeld nicht selten Ärger mit Interviewpartnern oder Portraitierten. Diese Woche erscheint das Kunstmagazin "Monopol" mit leeren Flächen - und im Vorfeld gab es Ärger mit dem Studio von Damien Hirst, dem die Zeitschrift in der April-Ausgabe (EVT: 22. März) die Titelgeschichte widmet.

"Monopol" wollte zu der Titelstory Hirsts Werke abbilden - das Studio des britischen Künstlers, das die Bildrechte daran hält, untersagte den Abdruck jedoch: Die Redaktion hatte es abgelehnt, zuvor die vollständigen Artikel über Hirst vorzulegen. "Dass das Unternehmen eines Künstlers unsere redaktionelle Berichterstattung kontrollieren will, bevor es die Bilder zum Abdruck freigibt, überschreitet eine Grenze", findet Chefredakteur Holger Liebs.

Die Redaktion entschloss sich, die Gestaltung der Seiten beizubehalten, um diesen Vorgang zu dokumentieren, "der in der Geschichte des seit 2004 erscheindenden Magazins einzigartig ist", wie der Verlag Ringier betont. Auch die Texte der Autoren blieben unverändert. "Monopol" veröffentlicht anlässlich einer großen Hirst-Retrospektive in der Londoner Tate Modern von April bis Juni einen Pro- und einen Contra-Beitrag über den Künstler. "Monopol"-Geschäftsführer Rudolf Spindler betont, die Presse- und Meinungsfreiheit sei für den Verlag essentiell: "Deshalb können wir ein solches Verhalten gegenüber unserer Redaktion nicht akzeptieren."