Inspiriert von "GNTM" :
"Laura" hebt echte Frauen aufs Cover

Das Bauer-Frauenmagazin "Laura" macht Leserinnen zu Titelstars. Auch ansonsten bindet das Heft die Zielgruppe viel stärker ein.

Text: Petra Schwegler

Das "Laura"-Team knipst ab sofort Normalos statt Profimodels fürs Titelbild.
Das "Laura"-Team knipst ab sofort Normalos statt Profimodels fürs Titelbild.

"Laura" demonstriert ab sofort die Nähe zu den Leserinnen Woche für Woche auf dem Cover: Sie werden zu Titelstars des Bauer-Frauenmagazins.

Gemeinsam mit dem Werbepartner Beiersdorf und dessen Marke Nivea Q10 Plus hebt die Redaktion um Chefredakteurin Sabine Ingwersen erstmals mit der aktuellen Ausgabe an diesem Mittwoch "echte" Frauen aufs Cover. Eine hausinterne Jury wählt die Kandidatinnen aus. Die persönlichen Lebensgeschichten der neuartigen Titelstars erscheinen zusätzlich im Heft. 

Diese "Laura"-Jury" wählt "Titelstars" aus (v.l.): Margaretha Olschewski (Fotografin), Sabine Ingwersen (Chefredakteurin) und Petra Meerjanssen (Photo Director). (Foto: Marvin Kampermann für "Laura")

Diese "Laura"-Jury" wählt "Titelstars" aus (v.l.): Margaretha Olschewski (Fotografin), Sabine Ingwersen (Chefredakteurin) und Petra Meerjanssen (Photo Director). (Foto: Marvin Kampermann für "Laura")

Was steckt hinter der "Laura"-Aktion?

Der Wechsel vom Profimodel zum Normalo auf dem "Laura"-Cover basiert auf Daten aus der internen Marktforschung, die das Magazin regelmäßig durchführt, sowie auf repräsentativen Umfragen mit renommierten Marktforschungsinstituten.

Das Team der "Laura" wollte wissen, wie die Deutschen das Frauenbild in der Werbung und in den Medien wahrnehmen. Heraus kam Ende Februar bei einer Yougov-Umfrage unter 1033 Repräsentativ 25- bis 55-Jährigen mit Kindern unter 18 Jahren, dass die Bauer-Aktion mit echten Frauen anstelle von Models absolut im Zeitgeist liege. Knapp die Hälfte der befragten Frauen sagt demnach: "Werbung und Medien spiegeln das Frauenbild nicht so wider, wie es in der Realität ist, ich würde mir mehr Realitätsnähe wünschen."

Hinzu kommt das Wissen aus dem direkten Austausch per Whatsapp und Facebook zwischen Redaktion und Zielgruppe. Leserinnen beantworten über diesen Weg regelmäßig Fragen, senden Fotos ein und geben Feedback. Im Gegenzug bringt "Laura" die Nutzerinnen mit einem Whatsapp-Newsletter per Smartphone auf den neuesten Stand. Laut Ingwersen wichtige Instrumente der Leser-Blatt-Bindung, um als Blattmacher "ganz nah an der Zielgruppe" zu und zu wissen, wie die "Laura"-Klientel "tickt und was sie sich wünscht".

"GNTM"-Procedere inspirierte

Darüber hinaus hat nach Verlagsangaben die aktuelle Suche nach Nachwuchsmodels im TV – gerade eben läuft die 12. Staffel der ProSieben-Castingshow "Germany's Next Topmodel – by Heidi Klum" - die Redaktion inspiriert. So stellt Bauer das Projekt unter das Motto "Laura hat ein Bild für Dich – ein Titelbild!".

Hier ein Video, das für den neuen Ansatz der "Laura" wirbt:

"Laura"-Chefredakteurin Sabine Ingwersen sagt über die Aktion:

"Unsere Titelstars kommen aus ganz Deutschland. Sie haben spannende, bunte Geschichten, die sie uns Woche für Woche erzählen werden. Wir besuchen sie zu Hause bei ihren Familien, im Job, fahren mit ihnen in den Urlaub. Eine Leserin bekommt dieses Jahr noch ihr Baby. Wir sind sicher, dass wir dadurch noch mehr Nähe zu unserer Leserschaft schaffen."

So sieht das Cover der neuen "Laura"-Ausgabe aus - erstmals mit einer echten Frau.

Auf professionelle Models auf dem Titelbild zu verzichten ist keine neue Idee im Zeitschriftenmarkt. Neben einmaligen Aktionen wie etwa bei "Vogue" hat beispielsweise das Gruner+Jahr-Frauenblatt "Brigitte" drei Jahren lang auf normale Frauen fürs Cover gesetzt, ruderte mit der Aktion aber Ende 2012 weitestgehend zurück. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.