Deutsche TV-Plattform / GfK-Studie :
Lineares Fernsehen ist ein Auslaufmodell

Wenn es nach dem Verein Deutsche TV-Plattform und der GfK geht, dann nimmt die zeit- und ortsunabhängige Bewegtbildnutzung immer mehr zu.

Text: Susanne Herrmann

Ferngesehen wird schon noch - aber zunehmend zeitunanhängig oder unterwegs.
Ferngesehen wird schon noch - aber zunehmend zeitunanhängig oder unterwegs.

Wenn es nach dem Verein Deutsche TV-Plattform und der GfK geht, dann nimmt die zeit- und ortsunabhängige Bewegtbildnutzung immer mehr zu. Die deutsche TV-Plattform hat auf der IFA die Ergebnisse ihrer exklusiven Verbraucherstudie zu Digitaltrends präsentiert. Die wichtigsten im Überblick:

1. Fernsehen wird immer vielfältiger – auch in seinen Nutzungsformen

Im Jahr 2016 wird Bewegtbild zunehmend zeitsouverän und mobil genutzt, ergab die Studie. Die Endgerätevielfalt wächst, darüber hinaus äußert jeder vierte Onlinenutzer Interesse an personalisierten Programmempfehlungen. Die Medienhäuser tragen dem Rechnung und ergänzen die Live-Ausstrahlung ihrer Programme um Streaming und Videoabruf.

"Der Trend geht zu einem vielfältigen Angebot auf allen Wegen und auf allen Endgeräten", sagt Andre Prahl von der Mediengruppe RTL Deutschland, zugleich Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform. Die technische Komplexität in der konvergenten Multimedia-Welt nehme aber deutlich zu.

2. Fernsehen wird Ultra-HD

Stephan Heimbecher von Sky Deutschland, Leiter der Arbeitsgruppe Ultra-HD im Verein, weist auf die "dynamisch wachsende UHD-Gerätepopulation" hin: Der Anteil von Ultra-HD-Fernsehgeräten an den Geräteverkäufen insgesamt hat sich laut GfK von 8 auf 25 Prozent binnen Jahresfrist erhöht.Parallel dazu wächst das Programmangebot seitens der Fernsehanstalten. Der Umstieg auf Full-HD in Form von DVBT2 HD ist gerade in Gang.

3. Geräte müssen zu Video on Demand passen

Jürgen Sewczyk von Eutelsat, Leiter der AG Smart Media im Verein Deutsche TV-Plattform, machte die Verteilung der Mediennutzung auf verschiedenen Endgeräten deutlich. Angebote der TV-Sender aus den Mediatheken schauen sich die Nutzer noch immer überwiegend am PC und nicht am heimischen Fernseher an, sagte Sewczyk. Bei Video-on-Demand-Angeboten liege das Smart-TV allerdings vor dem PC (22 zu 18 Prozent). Gemessen an der Nutzungshäufigkeit habe Smart-TV jedoch die Nase vorn. Die Geräte stellen inzwischen 62 Prozent unter den verkauften Fernsehapparaten (erstes Halbjahr 2016).

4. Addressable TV braucht noch ein bisschen

Der Standard Hbb-TV, bei dem TV-Sender zusätzliche Inhalte übers Netz auf dem TV-Gerät bereitstellen und der auch die zielgerichtete Werbung für definierte Zielgruppen erleichtert, habe sich bislang jedoch nicht wirklich durchgesetzt, sagte Sewczyk. Lediglich 16 Prozent der von der Deutschen TV-Plattform befragten Nutzer kannten den Begriff. Allerdings hätten 35 Prozent angegeben, die "Red Button"-Funktion zu kennen, über die die Inhalte aufgerufen werden. 22 Prozent von ihnen nutzten sie auch - unter anderem für Onlinedienste von Rundfunkanbietern on Demand oder in der Mediathek.

Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, Geräteherstellern, Infrastrukturbetreibern, Service- und Technik-Providern, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundes- und Landesbehörden sowie anderen, mit digitalen Medien befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. (W&V Online/mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.